Opel Antara 2011:Bescheidenheit ist eine Zier

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Dazu trägt auch das deutlich überarbeitete Fahrwerk bei, das zwar straff ausgefallen ist, dabei aber nie unkomfortabel wirkt. Lediglich kurz hintereinander folgende Querrillen gibt es humorlos an die Insassen weiter. Die Lenkung selbst ist ausreichend direkt.

Das ebenfalls neu programmierte elektronische Allradsystem ITCC erfasst Parameter wie Raddrehzahl, Lenkwinkel und Gaspedalstellung, lässt den Antara im Normalfall mit Frontantrieb fahren und leitet nur bei Bedarf aber bis zu 50 Prozent der Antriebskraft an die Hinterräder.

Das ist auch schon das Äußerste der Möglichkeiten. Es gibt zudem keinerlei Sperren. Echte Offroad-Fähigkeiten sind also nicht gegeben - dank einer Wattiefe von 450 und einer Bodenfreiheit von 176 Millimetern können wir allenfalls von guter Schlechtwege-Tauglichkeit sprechen.

Serienmäßig mit dabei sind in jedem Antara Front-, Seiten-und Kopfairbags sowie Gurtkraftbegrenzer. Zusätzlich unterstützen den Fahrer ABS und ESP, das nun auch über einen Überschlagschutz verfügt, sowie die die Bergan- und Bergabfahrhilfe.

Eigentlich wäre der Antara mit allen diesen Dingen gut aufgestellt, wenn nicht diverse Kleinigkeiten wieder enttäuschten - Dinge, die eben auch das Image prägen: So gibt es zum Beispiel keine Start-Stop-Automatik. Der Innenraum und die Mittelkonsole wurden zwar überarbeitet - eine neue elektrische Parkbremse schuf Platz für eine neue Armlehne mit Stauraum -, einen zeitgemäßen USB-, iPhone oder iPod-Anschluss suchten wir allerdings vergebens.

Das Navigationssystem, das wir ebenso wie die wenig ansehnliche Mittelkonsole noch aus dem vorigen Astra kennen, wurde ebenfalls nicht überarbeitet: Es enttäuscht immer noch durch seine anspruchslose Grafik und eine Menüführung, die den Bediener selbst bei einfachsten Einstellungen wie einer Maßstabsveränderung der Karte in Untermenüs und zu einigen unnötigen Bestätigungs-Oks zwingt. Zeitgemäß ist auch das nicht, und rund 1800 Euro Aufpreis dafür sind ein stolzer Preis.

Vielleicht wird mit einem neuen Modell endgültig alles gut. Bis dahin riskiert Opel sympathischerweise keine dicke Lippe - denn eine gewisse Bescheidenheit ist momentan tatsächlich der richtige Weg.

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