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Opel Ampera:Der Ampera schwebt mit uns davon

Es ist nichts zu hören: Das Auto bleibt völlig still, erst ab Tempo 60 sind Wind- und Abrollgeräusche der Reifen zu hören. Wie es bei Elektromotoren üblich ist, steht das volle Drehmoment von Anfang zu Verfügung: So sind wir denn auch bald schneller unterwegs als es die Straßenverkehrsordnung eigentlich erlaubt. Der Wagen ist komfortabel abgestimmt, nur die elektrohydraulische Lenkung wirkt etwas indifferent.

Opel Ampera

Mit Strom und ohne Angst

Der erste, von Opel vorgeschlagene Rundkurs ist rund 75 Kilometer lang. Hätten wir nicht aus Versehen und ohne Not die Sitzheizung auf höchster Stufe eingeschaltet (die zieht wirklich Strom!), hätte der Stromvorrat des 288 Zellen großen und 198 Kilogramm schweren Lithium-Ionen-Akkus locker gereicht.

Wahrscheinlich hätten wir am Ziel sogar noch ein Rest Strom für ein paar Kilometer mehr übrig gehabt. So aber schaltet sich kurz vor dem Ziel der Benzinmotor zu, was weder zu spüren noch zu hören ist, und bringt uns sicher ans Ziel. Opel hat also nicht zu viel versprochen.

Das betrifft auch den Verbrauch. Elektrisch angetrieben soll der Ampera 16 Kilowattstunden pro 100 Kilometer benötigen. Was bei einem Strompreis von 0,20 Euro pro Kilowattstunde rund 3,20 Euro Kosten bedeuten würde. Zum Vergleich: Ein Dieselmotor verursacht bei den derzeitigen Preisen im Schnitt 7,25 Euro Kosten pro 100 Kilometer. Und, nicht zu vergessen: Auch die Wartungskosten sind bei einem E-Motor um einiges geringer.

Um diese guten Ergebnisse zu erreichen, hat Opel (im Verbund mit Chevrolet, wo dasselbe Modell Volt heißt) beim Antriebkonzept einen erhöhten technischen Aufwand getrieben: Der Antrieb besteht aus zwei Elektromotoren, einem Planetengetriebe und einem Verbrennungsmotor.

Der Benziner treibt, sollte der Strom des Akkus bis auf einen gewissen Rest verbraucht sein, den Generator an. Der wiederum versorgt dann den Elektromotor weiterhin mit Strom für den Antrieb. Ein kleiner Teil wird aber immer auch in den Akku zurückgespeist, um eine gewisse Grundladung zu sichern.

Darüber hinaus kommen ein paar Prozent der Benzinerkräfte übers Planetengetriebe auch direkt dem Antrieb zugute - aber nur bei höherem Tempo. Das heißt auch: Der Ampera fährt immer elektrisch. Der Grund für die vielen verzweigten Energiewege: Effizienz und noch mal Effizienz. Im Alltagsbetrieb ist nichts davon zu spüren - man fährt einfach.

Ein paar kleine Nachteile muss man beim Ampera - noch - in Kauf nehmen: die hohe Ladekante zum Beispiel, die 310 Liter Kofferraumvolumen (bei hochgeklappten Rücksitzen) und die schmale Zuladung von nur 270 Kilogramm. Dazu gehört aber auch die Mittelkonsole, die schick aussieht, da herkömmliche Schalter fehlen. Aber die technoiden Sensoren nun reagieren manchmal schon auf sanfteste Berührung - und schalten dann ungewollt so etwas wie die Sitzheizung ein.

Chevrolet Volt

Fun to drive