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Opel Adam Rocks im Fahrbericht:Ein Spritsparer, wenn er will

Opel Adam Rocks

18 Außen- können nach Herzenslust mit sechs Dachfarben kombiniert werden. Das elektrische Faltdach ist Serie.

(Foto: Charlie Magee; Adam Opel AG)

Das neu entwickelte Sechsgang-Getriebe kann aber mit dem Motor nicht ganz mithalten. Das ist mit knapp 40 Kilogramm Eigengewicht zwar sehr leicht und macht seinen Job ordentlich, doch die Schaltwege könnten kürzer und exakter zu treffen sein. Allzu oft muss der Fahrer jedoch nicht zum Ganghebel greifen, denn dank seines hohen Drehmoments von 170 Newtonmetern bei nur 1800 Umdrehungen lässt sich der Adam Rocks schaltfaul fahren. Beherzigt man das, ist der Normverbrauch von 5,1 Litern durchaus in Reichweite. Wer die Gänge ausdreht oder sich dichten Stadtverkehr zumutet, kann dafür mit mehr als acht Litern Durchschnittsverbrauch bestraft werden.

Zur Strafe kann auch ein Fahrwerk werden. Nämlich dann, wenn ein Auto mit kurzem Radstand straff gedämpft, mit großen Rädern samt Niederquerschnittsreifen ausgerüstet und vorwiegend auf schlechten Straßen unterwegs ist. Im Fall des Adam Rocks ergibt sich diese unheilvolle Kombination. Trotz der im Vergleich zum normalen Adam um 15 Millimeter erhöhten Bodenfreiheit verpassten die Ingenieure dem Rocks eine harte Abstimmung. Diese wurde von den beim Testwagen montierten 18-Zoll-Felgen mit unnachgiebigen Niederquerschitts-Breitreifen verstärkt. Das schroffe Kopfsteinpflaster, die weit aus dem Boden ragenden Straßenbahnschienen und die zahlreichen Schlaglöcher Rigas deckten die Komfortschwächen dieser Fahrwerks- und Rad/Reifen-Kombination schonungslos auf. Andererseits macht sie den Rocks zusammen mit der feinfühligen Lenkung auf ebenem Geläuf zu einem agilen Kurvendynamiker.

Eng, aber hübsch - der Innenraum

Mag der Adam Rocks winzig anmuten, so klein ist er gar nicht. Mit 3,75 Meter Außenlänge übertrifft er nicht nur die Kleinwagen-Konkurrenz VW Up oder Fiat 500 deutlich, sondern auch den ersten VW Golf um immerhin fünf Zentimeter. Besonders ökonomisch sind Opels Innenraumdesigner mit dem Platz nicht umgegangen. Vorne passt das Raumangebot zwar, aber die schmalen Sitze vermitteln den Eindruck, auf einem Barhocker zu sitzen. Nehmen vorne Insassen Platz, die größer als 1,80 Meter sind, schrumpft der Fußraum für die hinteren Passagiere fast komplett zusammen. Dass der 170 Liter große Gepäckraum im Normalzustand nicht mehr als zwei kompakte Koffer fasst und nur auf maximal 663 Liter erweiterbar ist, zeigt, wie eng es im Adam-Fond zugeht.

Der Innenraum des Opel Adam Rocks.

Der Innenraum des Opel Adam Rocks ist schick und hochwertig gestaltet. Klassisches Schwarz ist ebenso im Angebot wie knalliges Bunt.

(Foto: Charlie Magee; Adam Opel AG)

Dafür ist das Adam-Cockpit sehr ansehnlich gestaltet. Wer möchte, kann sich das Interieur mit Leder oder farbenfrohen Dekorleisten ausstaffieren lassen. Die Kunststoffe muten für diese Fahrzeugklasse hochwertig an. Zudem lässt sich der kleine Opel narrensicher bedienen, und mit dem flink reagierenden "IntelliLink"-Infotainmentsystem funktioniert die Einbindung eines Smartphones problemlos. Über das Handy kann auch die Navigation gesteuert werden, allerdings reagiert die "BringGo"-Software teils träge und hat ihre Tücken bei der Bedienung.

Der Opel Adam Rocks hat also durchaus Schwächen, wenn auch der famose Antrieb, die markante Optik, der schicke Innenraum und sein flinkes Fahrverhalten positiv hervorstechen. Zudem treibt er das ohnehin hohe Preisniveau bei Opels Kleinstem weiter nach oben. Er ist 2350 Euro teurer als die für jede Motorisierung verfügbare Ausstattungsvariante "Jam", aber immerhin schon ab Werk reichhaltig ausgestattet. Wer unbedingt den Dreizylinder-Turbo möchte, erhöht den Basispreis von 15 990 auf 18 490 Euro für die 90-PS- oder 18 790 Euro für die 115-PS-Version. Hinzu kommen Aufpreise für die zahlreichen Individualisierungsmöglichkeiten oder Assistenzsysteme wie den Tote-Winkel-Warner oder die Einparkautomatik. Wenn es etwas brauchte, um Opels wiedererstarktes Selbstbewusstsein zu veranschaulichen - diese Zahlen tun es.

Die Reisekosten zur Präsentation des Opel Adam Rocks in Riga wurden teilweise vom Hersteller übernommen.

© SZ.de/harl/kaeb/rus
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