Neuvorstellung Audi S1:Der kleine Wilde

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Hasenjäger

Der Audi S1 unterscheidet sich optisch nur in Details vom A1. Die spannendsten Veränderungen finden sich unter der Haube.

(Foto: STG)

Optisch unterscheidet sich der Audi S1 kaum von seinem braven Bruder A1. Der Spaßbringer verbirgt sich unter der Haube: 230 PS stecken in dem Kleinwagen, in weniger als sechs Sekunden geht es von null auf 100 km/h. Damit lässt er sogar seinen größten Konkurrenten hinter sich - den Mini Cooper S.

Von Felix Reek

S1, das stand in den 80er-Jahren für den Rallye Sport quattro, mit dem einst Walter Röhrl seinen legendären Erfolg beim Pikes Peak Rennen 1987 feierte. Kantig, bösartig, ein Kurven sezierender Spoiler auf Rädern. Mit dem hat sein aktueller Namensvetter wenig zu tun. Er ist vor allem die sportliche Variante des Kleinwagens A1. Und der soll nicht nur Auto sein, sondern auch Lifestyle-Objekt.

'Audi Tradition beim Goodwood Festival of Speed'

Der Audi Sport quattro S1 beim Goodwood Festival of Speed in Großbritannien. Das Rallye-Fahrzeug war zunächst nur wenig erfolgreich. Erst der Titel beim Pikes Peak 1987 machte S1 zur Legende.

(Foto: Audi)

Als direkter Konkurrent des Mini Cooper S kommen die Neuvorstellungen Audi S1 und S1 Sportback wesentlich dezenter daher. Die Kleinwagen sollen schließlich nicht nur Auto sondern auch Lifestyle-Objekt sein. Die neue Sportlichkeit ist nur im Detail zu erkennen. Die Scheinwerfer blicken aggressiver in die Welt, den Heckleuchten wurde eine neue Schlusslichtgrafik spendiert (siehe Bild unten). Front- und Heckstoßfänger sowie Seitenschweller tragen schärfere Züge, um den S1 und den S1 Sportback markanter wirken zu lassen. Das sichtbarste Zeichen der 231 PS sind die vier Auspuffrohre am Heck. Wem das alles zu subtil ist, kann das Ausstattungspaket "quattro Exterieur" bestellen - unter anderem mit einem Dachflügel für besseren Abtrieb.

Das Heck des Audi S1

Der Audi S1 zeigt seine Sportlichkeit eher subtil. Vier Auspuffrohre und ein kleiner Spoiler sind das höchste der Gefühle.

(Foto: STG)

Die Topmodelle wurden grundlegend überarbeitet

Auch im Inneren gibt sich Audi zurückhaltend. Wer den S1 und S1 Sportback ohne optionales Optikpaket bestellt, bekommt den klassischen Look der Sportreihe: dunkle Farbtöne und gebürsteter Edelstahl an den Instrumenten. Farbige Akzente kosten extra.

Der Innenraum des Audi S1 Sportback

Im Inneren des S1 bleiben Farbakzente die Ausnahme.

(Foto: STG)

Wirklich spannend wird es erst bei der Technik. Um den A1 auf Sport zu trimmen, wurden die neuen Topmodelle der Reihe grundlegend überarbeitet. Das Fahrwerk des S1 und S1 Sportback ist straffer, die Servolenkung eine Neuentwicklung. Wie bei allen Modellen der Reihe gibt es permanenten Allradantrieb. Per "Audi drive select" lässt sich zudem die Arbeitsweise des Motors und der Stoßdämpfer in mehreren Stufen variieren. Das Fahrdynamikprogramm verändert das Zusammenspiel von Gaspedal, Schaltung und Dämpfern - von komfortabel bis sportlich.

An der Hinterachse sitzt die hydraulische Lammellenkupplung. Sie verteilt laut Audi "betont dynamisch" die Motorkraft gezielt an die Räder, die mehr Grip haben. In Kombination mit fein dosierten automatischen Bremseingriffen sollen sich S1 und S1 Sportback vor allem durch Kurven präziser lenken lassen.

Sieben Liter auf 100 Kilometer

Das Topmodell des S1 verfügt über einen Zweiliter-Vierzylinder mit 231 PS. In 5,8 Sekunden soll er laut Hersteller von 0 auf 100 km/h beschleunigen. Der Sportback braucht eine Zehntelsekunde länger. Die Höchstgeschwindigkeit gibt Audi mit 250 km/h an, im Schnitt soll der S1 sieben Liter verbrauchen - eine spritsparende Fahrweise vorausgesetzt. Das dürfte bei diesem Modell aber schwer fallen.

Den Fahrspaß lässt sich Audi teuer bezahlen: S1 und S1 Sportback starten bei etwa 30.000 Euro - in der Grundausstattung. Zum Vergleich: Der Mini Cooper S ist knapp 6000 Euro günstiger. Wer bei Audi tiefer in die Tasche greift, bekommt unter anderem Bose Surround Sound, Navigation mit ausklappbarem Monitor, Autotelefon und Internetzugang - falls dem Fahrer wider Erwarten doch einmal langweilig werden sollte.

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