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Neuer Smart und Opel Corsa:Innere Größe

In der Länge trennen sie Welten, doch beim Preis herrscht Einigkeit. Am Jahresende kommen die neuen Generationen von Smart und Opel Corsa auf den Markt. Erste Probefahrten mit den Prototypen verprechen Fortschritte.

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Smart Fortwo 3. Generation

Quelle: Daimler AG

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Neuer Smart und Opel Corsa:Smart Fortwo

In der Länge trennen sie Welten, doch beim Preis herrscht Einigkeit. Am Jahresende kommen die neuen Generationen von Smart und Opel Corsa auf den Markt. Erste Probefahrten mit den Prototypen verprechen Fortschritte.

In seiner nunmehr 16 Jahre währenden Karriere hat sich der Smart nicht gerade als Erfolgsgeschichte entpuppt. Es gab zwar immer mal wieder kleine Teilerfolge, aber meist blieben die realen deutlich unter den gewünschten Absatzzahlen. Statt den anvisierten 250 000 Autos pro Jahr fanden im Schnitt eher 100 000 Smart-Exemplare einen Käufer. Zu wenig, um eine ganze Modellpalette mit Viertürer und -sitzer sowie Cabrio und Roadster aufrechtzuerhalten. Und so fristet der Kleinstwagen seit 2007, dem Jahr der Einführung der zweiten Generation, ein Singledasein, wenn auch auf Wunsch ein Faltdach den Smart Fortwo zum Halb-Cabrio umfunktioniert.

Damit ist bald Schluss, denn die nächste Smart-Generation bekommt wieder einen Ableger mit vier Sitzen.Außerdem beseitigt Daimler viele frühere Fehler seines Einstiegsmodells aus, wie eine erste Probefahrt im Smart-Erlkönig zeigt.

Smart Fortwo 3. Generation

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Der neue Smart Fortwo soll mit einer Außenlänge von 2,70 Meter ein agiler Cityfloh bleiben. Dafür sorgt vor allem der sensationell kleine Wendekreis von nur 6,95 Meter - der des aktuellen Modells liegt etwa zwei Meter darüber. Der in Hambach produzierte Zweisitzer greift weiterhin auf einen im Heck installierten Dreizylindermotor zurück. Laut Entwicklungsleiter Markus Riedel sind bei dem Turbotriebwerk mit einem Liter Hubraum zunächst zwei Leistungsstufen mit 71 und 89 PS geplant. Eine Basisvariante mit rund 60 PS wird später ebenso folgen wie ein deutlich über 100 PS starkes Topmodell, dass wie gehabt den Namen des Tuners Brabus trägt.

Das mit allzu langen Schaltvorgängen nervende automatisierte Getriebe hat nach dem Generationenwechsel endlich ausgedient. Stattdessen haben Smart-Käufer fortan die Wahl zwischen einem manuellen und einem Doppelkupplungsgetriebe. Außerdem bietet Daimler einige Assistenzsysteme für sein Einstiegsmodell an, darunter ein automatisches Nothalt-System für die Stadt, Spurhalteassistenten, Rückfahrkamera und Einparkhilfen. Sogar eine Einparkautomatik soll verfügbar sein.

Smart Fortwo 3. Generation

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Eine um zehn Zentimeter gewachsene Fahrzeugbreite und eine fast 20 Zentimeter breitere Spur schaffen mehr Platz im Innenraum und ein besseres Fahrgefühl als beim Vorgänger. Man sitzt zudem nun deutlich bequemer. Was bleibt, ist der winzige Laderaum hinter einer zweiteiligen Heckklappe.

Neben dem auf den Fotos abgebildeten Zweisitzer wird es mit der nächsten Smart-Generation auch wieder den Forfour geben. Der ist fast baugleich mit dem neuen Renault Twingo, mit dem er sich den Produktionsstandort im slowenischen Novo Mesto teilt. Der Viersitzer ist mit 3,50 Meter Außenlänge zwar deutlich größer als der Fortwo und auch mit seinem Wendekreis von 8,65 Meter übertrifft er den Zweisitzer deutlich. Dennoch ist der neue Forfour sehr wendig und kompakt und zum Beispiel deutlich kleiner als ein Fiat 500. Im Interieur zeugen aus dem Renault-Regal entliehene Tasten, Schalter und Lenkstockhebel von der deutsch-französischen Kooperation - Teile, die übrigens auch im Smart-Zweisitzer zum Einsatz kommen, obwohl Renault auf eine Microversion des Twingo verzichtet.

Smart Fortwo 3. Generation

Quelle: Daimler AG

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Eines der Hauptprobleme wird den Smart aber weiterhin begleiten: die hohen Preise. Das Einstiegsmodell wird wohl knapp unter 12 000 Euro starten - zu viel für ein fraglos pfiffiges Stadtauto, das im Vergleich zu vielen günstigeren Modellen aber geringere Einsatzmöglichkeiten bietet. Der neue Viersitzer soll für mindestens 13 000 Euro auf den Markt kommen und wäre damit ebenfalls kein Schnäppchen.

Mitte Juli wird Smart-Chefin Annette Winkler den Neuling erstmals vorstellen. Ende 2014 soll der neue Smart beweisen, dass sein minimalistisches Konzept noch zur Erfolgsstory werden kann.

Der neue Opel Corsa

Quelle: STG

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Neuer Smart und Opel Corsa:Opel Corsa

Etwa zur gleichen Zeit rollt der neue Opel Corsa zu den Händlern, der aufgrund eines ähnlichen Preisniveaus ein Konkurrent für den neuen Smart sein wird. Aktuell startet der Kleinwagen als Dreitürer mit 70-PS-Motor bei 11 890 Euro - eine Summe, die sich beim Modellwechsel aufgrund der harten Konkurrenzsituation nicht wesentlich erhöhen dürfte.

Jeder vierte verkaufte Opel ist ein Corsa, weshalb es für die Rüsselsheimer besonders wichtig ist, die Verkaufszahlen von europaweit durchschnittlich 370 000 Exemplaren pro Jahr nach oben zu treiben. Die neue Generation des im spanischen Saragossa und in Eisenach gebauten Corsa soll den Anschluss an die Marktführer Ford Fiesta und VW Polo schaffen, damit Opel den Weg aus der Talsohle findet.

Der neue Opel Corsa

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Der Opel Corsa wird weiterhin als Drei- und Fünftürer angeboten. Die Außenlänge bewegt sich nach wie vor im Vier-Meter-Bereich, und die grundsätzlichen Proportionen behält er bei, wenn auch Designdetails von Insignia, Astra und Adam in die Linienführung einfließen. Aus Kostengründen wird Opel das aktuell bei mindestens 1120 Kilogramm angesiedelte Leergewicht kaum drücken können.

Technisch ändert sich beim Modellwechsel einiges. Einliter-Dreizylinder-Benzinmotoren mit Turboaufladung ersetzen die müden Vierzylinder des aktuellen Corsa. Anfangs gibt es zwei Leistungsstufen (90 und 115 PS), die jeweils einen Normverbrauch von 4,3 Litern erreichen sollen. Das Triebwerk hält sich abgesehen von einem leichten Nageln bei niedrigen Drehzahlen akustisch sehr zurück und geht besonders im mittleren Drehzahlbereich kräftig zur Sache.

Der Dreizylindermotor des neuen Opel Corsa

Quelle: STG

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Doch bei diesen beiden Leistungsstufen wird es nicht bleiben. Den Einstieg in die Motorenpalette bildet kurz nach Markteinführung ein 75-PS-Aggregat, das sportliche Topmodell OPC soll etwa 240 PS haben.

Im Zuge des Modellwechsels hält auch ein neues Sechsgang-Getriebe Einzug, das etwa 30 Prozent weniger wiegen soll als die betagte Fünfgang-Schaltung des jetzigen Modells. Bei der ersten Probefahrt macht das Getriebe einen guten Eindruck, der Schalthebel flutscht flink und exakt durch die Gassen. Auch die leichtgängige Lenkung, die nun über einen Citymodus für mehr Wendigkeit beim Rangieren verfügt, überzeugt.

Opel Corsa

Quelle: STG

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Anders als zwischenzeitlich geplant, wird der neue Opel Corsa nicht mit einem variablen Dämpfersystem erhältlich sein. Die Kunden müssen sich vor dem Kauf zwischen einem mit 14- bis 16-Zoll-Rädern kombinierten Komfortfahrwerk oder der Sportvariante mit 16- oder 17-Zoll-Felgen entscheiden. Bei der ersten Probefahrt erwies sich die komfortablere als bessere Abstimmung, da sie lässig über Unebenheiten hinwegfedert, nicht schwammig ausgelegt ist und einen guten Kompromiss aus Fahrspaß und Bequemlichkeit bietet. Das Sportpaket dürfte dagegen mehr Straffheit und Härte vertragen und hebt sich kaum von der anderen Fahrwerksvariante ab.

Der Innenraum des neuen Opel Corsa

Quelle: STG

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Unter den Tarnmatten des gefahrenen Prototypen verbergen sich einige unverkleidete Oberflächen. Die Mittelkonsole mit dem großen Multifunktionsbildschirm und die umliegenden Schaltermodule kennt man vom Adam. Zwischen den Instrumenten sitzt in der nächsten Corsa-Generation ein neues Zentraldisplay, das die wichtigsten Informationen anzeigt. Doch trotz aller Neuerungen dürfte sich der Rüsselsheimer mit dem hohen Detailniveau des gerade aufgefrischten VW Polo schwer tun.

Zu seinem großen Konkurrenten schließt er aber in puncto Assistenz- und Sicherheitssysteme auf. So gibt es unter anderem einen Spurhalteassistenten und Totwinkelwarner, eine Einparkautomatik, ein optionales Xenonlicht und eine City-Notbremsfunktion.

Seine Weltpremiere feiert der neue Opel Corsa im Oktober auf dem Pariser Autosalon.

© SZ.de/Press-inform/Stefan Grundhoff/hart/reek/rus
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