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Neuer Designchef bei Renault:Neues Markengesicht

Der Direktor Konzeptfahrzeuge hat van den Ackers Vorstellung von "betont sinnlichen Formen mit spannungsgeladenen Rundungen und nur sehr wenigen Kanten" bereits in vier konkrete Designstudien umgesetzt: den DeZir (September 2010), ein zweisitziger Sportwagen mit Elektroantrieb, den Captur (Februar 2011), einen bullig gezeichneten Crossover. Dem menschlichen Lebenszyklus folgend war danach das erste Familienauto an der Reihe. Der R-Space (März 2011) ist ein großzügiges Raum-Konzept im One-Box-Design, es verzichtet auf eine B-Säule und der Innenraum lässt sich mit gepolsterten Würfeln in eine Spiellandschaft für Kinder verwandeln. Das vorerst letzte Konzept-Car, genannt Frendzy (September 2011), ist ein eher sinnlich geformter Kastenwagen, der Beruf und Familie vereinen soll. Vorgesehen sind für 2012 und 2013 zwei weitere Designstudien.

Studien wie der DeZir zeigen die Front der künftigen Serienautos.

(Foto: Renault)

Allen Modellen gemeinsam ist vor allem das neue Markengesicht, das demnächst schon am überarbeiteten Twingo zu sehen sein wird. Der vergrößerte Rhombus des Logos ist dabei zentraler Bestandteil einer grundsätzlich dunkel gehaltenen Kühlermaske, die auch die Scheinwerfer miteinander verbindet. Der Vorteil dieses wichtigen Design-Elements: "Einerseits schafft es eine starke Identität", sagt van Ackeren, "andererseits muss es für unterschiedliche Modelle flexibel genug sein. Eine Konsequenz wie bei Audi oder VW wollen wir nicht."

Mehr gestalterische Freiheit auf der Kehrseite

Während die Front der künftigen Renaults also stark von der Verbindung der einzelnen Elemente lebt, soll die Kehrseite mehr gestalterische Freiheit bieten. Van Ackeren: "Hinten gibt es keine Verbindung zwischen den Leuchten, stattdessen versuchen wir einen Schwung über dem - ebenfalls großen - Logo".

Dass am Markt eine geräumige Nische für die neue Formensprache von Renault existiert, davon ist der neue Frontmann überzeugt. "Wir sind nicht so geometrisch wie VW, nicht avantgardistisch-kühl wie Citroen, nicht kinetisch wie Ford. Viele Marken, wie Hyundai und Ford, fasst van Ackeren zusammen, "haben heute ein sehr skulpturelles Design, mit vielen Kanten und Ecken. Aber der Mensch ist nun mal nicht eckig".

Eine weitere Herausforderung begegnet dem Design-Chef freilich im eigenen Haus. "Wir müssen", sagt er, "eine komplementäre Strategie für Dacia entwickeln - eine starke Marke, die außerdem wächst". Er stelle sich vor, dass Renault formal eher lateinisch, emotional und sensuell werde, Dacia dagegen germanisch, rational und robust. Eines sei aber sicher: "Der innere Wettbewerb der beiden Marken tut gut."

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