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Neue Volvo-Strategie:Polestar soll das skandinavische Tesla werden

Dessen Name - Polestar - steht bereits fest, und er enthält eine Botschaft. Denn Polestar war bisher für das Werkstuning zuständig und damit für Volvo das, was AMG für Mercedes und die M GmbH für BMW ist. Doch statt mehr PS für Benzinmotoren, freudigeres Spritverbrennen und lauteres Abgas-Herausschleudern stromern Polestar-Fahrzeuge bald leise und sauber über die Straßen - ohne freilich langsam zu sein. Ein Volvo-Logo werden diese Fahrzeuge nicht tragen, und zwei der fünf heute angekündigten Elektroautos werden von Polestar stammen.

Bereits im Mai kündigte Samuelsson in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung an, dass seine Firma keine komplett neue Dieselmotoren-Generation mehr entwickeln werde. Das heißt freilich nicht, dass Volvo sich sofort vom Selbstzünder verabschiedet - zu groß ist dessen Anteil beim derzeitigen Absatz, den vor allem große SUVs ankurbeln. Vielmehr passen die Ingenieure die aktuelle Triebwerksgeneration an die künftigen Abgasgrenzwerte an, verfeinern den Antriebsstrang, optimieren die Einspritzung oder Ähnliches. Wann sie den Dieselmotor komplett verbannen werden, hält Volvo aus gutem Grund noch offen. Es dürfte eher in zehn als in fünf Jahren so weit sein.

Volvos erstes E-Auto wird ein kompaktes Format haben

Auch nach der jetzigen Ankündigung, so ehrlich muss man sein, bleibt noch viel im Unklaren. Zum Beispiel, in welchen Fahrzeugklassen sich die neuen Elektro- und Hybridmodelle ansiedeln werden. Einem Sprecher zufolge soll Volvos erstes E-Auto auf der kleinen Plattform aufbauen, auf der die neue 40er-Baureihe basieren wird. Fest steht zudem, dass bei den neuen Volvo-Hybriden sowohl Benzin- als auch Dieselmotoren den Verbrenner-Part übernehmen werden.

Nicht mehr als ein Vorhaben ist bislang, dass Volvo bis 2025 eine Million elektrifizierte Fahrzeuge verkaufen will. Auch wenn das deutlich mehr 48-Volt-Hybride als reine Elektroautos sein werden, sieht es doch nach einem Paradigmenwechsel bei den Schweden aus. Subtiler Zwang für die eigenen Kunden, denen dann die Alternative fehlt, die den Autokauf früher so vereinfacht hat. Statt "Einmal Diesel, immer Diesel" beschäftigen sie sich dann vielleicht mit den neuen technischen Alternativen, die der Markt bietet. Es ist ein mutiger Ansatz, den Volvo da wählt. Und es ist legitim, ihn mit lautem PR-Getrommel zu begleiten.

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