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Neue Hybridmodelle bei Mercedes:Strom aufwärts

Mercedes S 500 Plug-In-Hybrid beim Laden

Im Idealfall kommt die Mercedes S-Klasse mit Plug-In-Hybridantrieb rein elektrisch 30 Kilometer weit.

(Foto: Daimler AG)

Mercedes setzt auf Teilzeit-Elektroautos. Nach dem S500 Plug-in-Hybrid kommen 2015 drei weitere Modelle mit aufladbarem Hybridantrieb. Zum Beispiel die C-Klasse, die mehr überzeugt als ihr Oberklasse-Pendant.

Die Gänge bis an den Begrenzer ausdrehen, mit Zwischengas-Salven beim Herunterschalten das letzte Zehntel herausquetschen, die Dynamik der Mechanik bis zur Neige auskosten - das war gestern. Heute ist leises Gleiten angesagt, summendes Stromern bis Tempo 130, cleveres Segeln und effizientes Rekuperieren. Ab sofort geht es nicht nur um 100 Oktan, sondern auch um 230 Volt. Wer weniger oft zur Zapfpistole greifen will, muss eben häufiger das Ladekabel bemühen. Nach zwei Stunden an der Haushaltssteckdose sind die Akkus (theoretisch) wieder bereit für den nächsten Null-Emission-30-Kilometer-Marathon.

Toyota und Lexus waren die Hybridpioniere, doch in Sachen Plug-in-Hybrid (PHEV) hat Mercedes demnächst den Kühler vorn. Nach dem S500e kommen 2015 drei weitere Doppelherz-Modelle auf den Markt: die C-Klasse als Limousine und als Kombi (Frühjahr), der GLE zunächst nur in einer Variante (Sommer) und der neue GLC, vorerst noch nicht als Coupé (Herbst).

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Der C350e und der GLC350e setzen beim Verbrenner auf den Vierzylinder-Benziner, der größere und teurere GLE übernimmt im Prinzip die V6-Lösung aus dem 500e. Während der Sechszylinder-PHEV die Leistung eines V8 mit den Praxisverbräuchen eines Vierzylinders verbindet, kombiniert die 2,0-Liter-Variante V6-Kraft mit dem bescheidenen Durst eines Dreizylinders. Bei vergleichbarer Leistung kosten S500e und S500 exakt gleich viel, der S350e ist rund 1500 Euro günstiger als der 54 PS stärkere C400 4Matic. Wer sparen will, muss erst einmal kräftig investieren.

Spritzig, fast sportlich wirkt die C-Klasse mit einer Systemleistung von 279 PS unter der Haube

Sitzt man zum ersten Mal im C350e, reibt man sich verwundert die Augen. Das soll ein Hybrid sein? Gerade noch waren wir in der S-Klasse PHEV unterwegs. Ein souveräner Gleiter, gewiss, aber auch schwer und gelegentlich bedächtig. Ganz anders der kleine Bruder. Der ist schon von Haus aus rund 500 Kilo leichter. Der schwächere E-Motor, zwei Zylinder weniger und vor allem das kompaktere Batteriepaket sparen weitere Kilos. Entsprechend spritzig, fast sportlich wirkt die C-Klasse mit den Elektro-Hummeln unter der Haube.

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Der C350e bündelt den 211 PS starken 2,0-Liter-Motor mit einer 82 PS starken E-Maschine zu einer Systemleistung von 279 PS. Das klingt gut, doch noch intensiver erlebt man das kombinierte Drehmoment von 600 Nm. Rund die Hälfte davon wird absolut ansatzlos rein elektrisch erzeugt. Die endgültigen Werte stehen zwar noch nicht fest, aber man darf davon ausgehen, dass der S500e mit seinen 650 Nm und 442 PS dem C350e beim Spurt von null auf 100 km/h weniger als eine Sekunde abnimmt. Beide Autos sind 250 km/h schnell, können im E-Modus unter idealen Bedingungen 30 km weit fahren und konsumieren im (allerdings wenig realitätsnahen) Verbrauchszyklus zwischen 2,1 und 2,8 Liter Super.

Obwohl der E-Motor in der C-Klasse 34 PS weniger leistet, und trotz der geringeren Batteriekapazität von 6,2 statt 8,7 Kilowattstunden, ist das Kompaktmodell der klar überlegene Dynamiker unter den Sternenträgern. Die niedrigere Vorderachslast, das bessere Leistungsgewicht und die kompakteren Abmessungen machen den C350e zum Sprinter mit vier Türen. Entwicklungsvorstand Thomas Weber: "Die Einbaulage der Batterie über der Hinterachse sorgt für eine noch ausgeglichenere Gewichtsverteilung. Besonders stolz sind wir auf das Zusammenspiel der Systeme. Damit meine ich das Ein- und Ausblenden von E-Motor und Verbrenner, das Wechselspiel aus Boosten und Rekuperieren, das unmerkliche Überlagern von elektrischem und mechanischem Bremsen. Das haptische Gaspedal erzieht den Fahrer zum Sparen - aber ohne ihn zu bevormunden."