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Mühsamer Start für Elektroroller:"Nur Probleme mit den E-Rollern"

"Die Roller waren nicht stabil, wir hatten nur Probleme damit", berichtet Händler Ramisch, der das Modell anbot. Er ist vom E-Roller-Konzept eigentlich überzeugt. Doch mit Kleinanbietern und Familienunternehmen, denen oft der lange Atem und die Finanzen für Modifikationen und technische Verbesserungen fehlten, lasse sich der Markt nicht erobern. "Das geht erst los, wenn die Großen kommen", sagt Ramisch.

Damit ist zum Beispiel Smart gemeint. Die Daimler-Marke plant mit dem US-Elektrozweiradspezialisten Vectrix bis 2014 einen Elektroroller für die Stadt. Der E-Scooter schließe die Lücke elektrischer Mobilität zwischen dem Smart E-Bike und dem Pkw Smart Fortwo Electric Drive erklärt das Unternehmen. Studien waren bereits 2010 beim Pariser Autosalon zu sehen - mit einer Dockingstation fürs Smartphone am Lenker, das zur Steuereinheit für den Roller werden könnte.

BMW will im ersten Halbjahr 2014 den Elektro-Großroller C Evolution mit 35 Kilowatt Spitzenleistung auf den Markt bringen. Weitreichende Pläne schmieden auch die "Elektrofahrzeugwerke" EFW Suhl, die das einstige DDR-Knattermoped Schwalbe noch in diesem Jahr als E-Schwalbe liefern wollen - in einer Version mit 6 Kilowatt Leistung, 81 km/h Spitzentempo und 60 Kilometern Reichweite zu einem Preis von vermutlich 5800 Euro.

E-Roller: bisher nur für Zweirad-Fans

Die Akkus der E-Schwalbe sollen wie auch bei einigen Emco-Modellen herausnehmbar sein, um sie in der Wohnung aufzuladen. Das erfordere aber bei knapp 15 Kilogramm Gewicht kräftige Muskeln, sagt der auf E-Mobilität spezialisierte Journalist Reiner Kolberg. Ein E-Roller lohne sich daher in der Regel bisher nur für Zweirad-Fans mit Garage und Stromanschluss.

Einen echten Sprung in der Nachfrage am generell nicht sonderlich rollerfreundlichen deutschen Markt könnte die Politik bewirken, glaubt Kolberg - indem sie etwa die 45-km/h-Grenze für kleine Roller auf fürs "Mitschwimmen" im Verkehr realistischere 55 oder 60 km/h anhebe. Einen Schub brächten seiner Meinung nach auch Fahrverbote für Zweitakter wie in der Provinz Bozen und kräftige Steuererleichterungen für größere Elektrofahrzeuge. Aktuell liegt der Gesamtbestand an Elektro-Großrollern und E-Motorrädern - Kleinroller bis 45 Stundenkilometer sind nicht erfasst - laut dem Kraftfahrzeugbundesamt bei gerade mal 2086 Fahrzeugen.

© süddeutsche.de/dpa/goro

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