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Mitsubishi Outlander Plug-in-Hybrid im Test:Die Assistenzsysteme funktionieren - und nerven

Mitsubishi Outlander Plug-In-Hybrid

39 Prozent der zwischen Januar und März 2015 verkauften Outlander waren Plug-In-Hybride.

(Foto: Mitsubishi Motors)

Als Elektroauto, das dank seines Verbrennungsmotors auch für die Langstrecke geeignet ist, überzeugt der Mitsubishi also. Dafür leistet er sich auf vielen anderen Gebieten Schwächen. Etwa bei den elektronischen Fahrassistenten, einem Paket aus Abstandregeltempomat, Auffahrwarnsystem und Spurhalteassistent. Nicht, dass die Technologien nicht gut funktionieren würden. Aber sie nerven mit ständigem Piepsen. Der Mitsubishi piepst, wenn er droht, die Spur zu verlassen. Wenn er meint, dass ihm das vorausfahrende Auto zu nahe kommt. Wenn der Fahrer im Tempomaten eine andere Geschwindigkeit einstellt. Wenn er diese erreicht hat. Auch dann, wenn die elektrische Heckklappe öffnet und schließt. Und in Momenten, in denen sich dem Fahrer nicht erschließt, warum das Auto piepst. Nur beim Einparken, da piepst er nicht. Wo akustische Hinweise angebracht wären, muss sich der Fahrer auf seine Augen verlassen. Dafür ist das scharfe Bild der optionalen Rückfahrkamera eine große Hilfe.

Innen hinterlässt der Outlander Plug-in-Hybrid einen zwiespältigen Eindruck. Die verwendeten Kunststoffe sehen ordentlich aus, sondern aber einen eigenwilligen Geruch ab. Das Platzangebot ist gut, die Rundumsicht stimmt und er lässt sich einfach bedienen, weil es Mitsubishi gelungen ist, die Funktionen in wenigen Tasten und im zentralen Touchscreen zu bündeln. Der wiederum kann nicht überzeugen. Zu klein sind die Bedienfelder, zu unlogisch die Menüführung, zu trist die Grafik.

Viel teurer als der Benziner und Diesel

Mittelmäßig ist auch das Fahrwerk. Manchmal rumpelt der Outlander unbeholfen über Unebenheiten, aber er ist nicht völlig unkomfortabel. Er ist auch gewiss nicht sportlich, in Kurven für ein Auto mit hohem Schwerpunkt und 1,9 Tonnen Gewicht aber auch nicht völlig frei von fahrdynamischem Talent. Die Lenkung ist leichtgängig und gefühllos ausgelegt, navigiert den Japaner aber zielgenau in die richtige Richtung.

Ein Elektroauto für etwa 40 Kilometer, ein Langstreckenauto noch dazu, und das im Kleid eines geräumigen SUVs: Der Mitsubishi Outlander Plug-in-Hybrid ist für vieles gerüstet. Dafür verlangt Mitsubishi mindestens 39 990 Euro - 17 000 beziehungsweise 9200 Euro mehr als für die jeweils 150 PS starken Benzin- und Dieselversionen.

Viel Geld, das man aber in Relation setzen muss. Denn der Markt gibt kaum günstigere Plug-In-Hybriden her - schon gar nicht in dieser Größenklasse oder mit einer vergleichbaren elektrischen Reichweite. Zumal die Grundausstattung ordentlich ist. Wer unbedingt Navigationssystem, Rückfahrkamera und Xenon-Scheinwerfer (Plus-Ausstattung für 44 990 Euro) oder Fahrassistenz-Paket, Schiebedach oder Kunstlederausstattung (Top-Linie für 49 990 Euro) haben möchte, zahlt hohe Aufpreise. Ein wirklich gutes Auto ist der Outlander freilich nicht, zur Spitze des Mittelklasse-SUV-Segments fehlt einiges. Er ist ein Hybrid-Vorbild - aber eines, das Zugeständnisse erfordert.

Technische Daten Mitsubishi Outlander Plug-In-Hybrid:

R4-Benzinmotor mit 2,0 Litern Hubraum sowie 2 Elektromotoren; Gesamtleistung: 149 kW (203 PS); max. Drehmoment Gesamtsystem: 332 Nm; Leergewicht: 1885 kg; Kofferraum: 463 - 1472 l; 0 - 100 km/h: 11,0 s; Vmax: 170 km/h (abgeregelt); Testverbrauch: 3,8 l / 100 km (lt. Werk: 1,9; CO₂-Ausstoß: 44 g/km); Euro 5; Grundpreis: 39 990 Euro

Das Testfahrzeug wurde vom Hersteller zur Verfügung gestellt.

© SZ.de/harl/reek
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