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Mit dem Elektroroller durch Frankreich:Tour de Silence

Ein französischer Student durchquert sein Heimatland mit einem Batterie-Roller. Er legt 3500 Kilometer in vier Wochen zurück, sein Budget liegt bei zehn Euro pro Tag. Vianney Bureau wird so zum Botschafter der Elektromobilität, immer auf der Suche nach der nächsten Steckdose.

Sebastian Viehmann

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Tour de Silence

Quelle: SV2

Es ist stockdunkel und Vianney Bureau ist durchnässt bis auf die Knochen. Seit 35 Kilometern kämpft er sich im Regen über die Straße, die Hände sind klamm, das monotone Surren seines Elektrorollers ist sein steter Begleiter. Jetzt ein warmes Bett und etwas Feines zu Essen, das wäre schön, doch Vianney hält durch. Schließlich steht er erst am Anfang seiner 3500 Kilometer langen Tour durch Frankreich.

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Zu allem Überfluss geht auch noch der Akku zur Neige, die erste Panne auf der Reise. Vianney schiebt seinen Roller einen Kilometer weit, bis ihn eine nette Familie zum Essen einlädt. "Das waren definitiv die schönsten Stunden des Tages", schreibt Vianney auf seiner Facebook-Seite. Darauf fällt er todmüde ins Bett. Am nächsten Tag muss er Kilometer 386 seiner Tour erreichen und nicht zu spät in Le Mans ankommen. Immerhin ist die Frage der Unterkunft diesmal geklärt. Ein Freund der Familie, Polizist von Beruf, will ihm in einer Polizeiwache Unterschlupf gewähren. Eine Steckdose wird sich dort sicher auch finden.

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Seit dem 1. Juni surrt der französische BWL-Student Vianney Bureau mit seinem Elektroroller durch Frankreich - ohne Emissionen und mit der festen Überzeugung, die Langstreckentauglichkeit von elektrischen Zweirädern unter Beweis zu stellen. Ausgangs- und Zielpunkt der Reise ist Paris. Die 3500 Kilometer will der 21-Jährige in einem Monat zurücklegen, mit einem Budget von 10 Euro am Tag. Unterstützt wird der junge Mann von der Firma Govecs aus München, sie lieh Vianney für die Tour einen Elektroroller vom Typ Govecs Go. Pro Batterieladung kann der Scooter bis zu 100 Kilometer zurücklegen. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 45 km/h.

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Vianney schläft meistens im Freien. Außer seinem Schlafsack, einer Regenjacke, einer Abdeckung für seinen Elektroroller und ein bisschen Werkzeug hat er kaum etwas dabei. Jeden Tag sieht er sich vor allem mit einer Herausforderung konfrontiert: Wo lädt er seinen Elektro-Scooter auf?

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120 Kilometer muss er im Schnitt jeden Tag zurücklegen und zwei Ladepausen einplanen. Vor allem wenn die Strecke bergauf führt, schrumpft die Batteriereichweite des Rollers schnell.

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Irgendeine Strom-Zapfstelle findet sich eigentlich immer, doch schon am vierten Tag bekommt Vianney die erste Abfuhr. "Sie zahlen ja nicht einmal dafür", keift ihn eine Dame in Oudon an, als er um Strom für eineinhalb Stunden bittet.

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Meistens aber erfährt der französische Student Unterstützung, Menschen laden ihn zum Essen ein und spendieren ihm Saft für seinen Roller, den Vianney liebevoll "Gogo" nennt. So war er nach anfänglichem Misstrauen auch bei einer Bauersfamilie willkommen, die ihm frischen Salat und Gemüse vorsetzte, während der Roller an der Steckdose hing. Die Energie reichte für 105 Kilometer bis nach Bellac.

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Auf seiner Facebook-Seite hält Vianney Freunde und Bekannte auf dem Laufenden und erntet anerkennende Kommentare. Die kann er auch brauchen, denn bis zum Zieleinlauf in Paris, der am 2. Juli geplant ist, liegt noch reichlich Wegstrecke vor ihm. Unter anderem stehen Bordeaux, Toulouse, Montpellier, Aix-en-Provence, Cannes, Nizza, Monaco und Lyon auf dem Reiseplan. Vorgesehen sind außerdem Stopps im italienischen Turin und in Genf.

© süddeutsche.de/pi/goro

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