Mini One im Test Nur noch minimal überdreht

Der Mini One hat einen Dreizylinder-Turbomotor mit 102 PS und kostet mindestens 17 450 Euro.

(Foto: STG)

Er ist so lang wie nie zuvor, aber innen so eng wie immer. Der neue Mini ist seriöser, aber sicher nicht praktischer als seine Vorgänger. Obwohl der Motor klein ist, bleibt die Fahrfreude groß - und der Preis maximal.

Von Thomas Harloff

Früher passten die Daten zum Namen: 3,05 Meter maß der Mini, also das zwischen 1959 und 2000 gebaute Original, in der Länge. Die dritte Generation der Neuauflage kommt als Dreitürer auf 3,82 Meter - und ist damit seinem Markennamen längst entwachsen. Zeichnete sich das britische Original durch echten automobilen Minimalismus aus, ist der Mini in den 13 Jahren unter BMW-Ägide immer verspielter geworden. Zudem hielt stetig mehr Technik aus den größeren Autos des Konzerns Einzug - und die braucht Platz.

Wer sich hineinsetzt in den neuen Mini, fragt sich, warum sich das äußerliche Wachstum nicht auf den Innenraum übertragen hat. Auf den billigen Plätzen im Fond haben Erwachsene Mühe, ihre Beine so zu falten, dass sie nicht nach ein paar Kilometern schmerzen. Selbst vorn müssen Großgewachsene ihre Gliedmaßen akkurat ordnen, um passgenau in die 310 Euro teuren Sportsitze zu rutschen. Die bieten viel Seitenhalt, ersparen aber nur idealgewichtigen Insassen Druckstellen am Oberkörper. Der Kofferraum hat zwar um 51 Liter zugelegt, stellt aber trotzdem nur ein Ladevolumen von 211 Litern zur Verfügung. Nein, ein Mini ist eines ganz sicher nicht: praktisch.

Erwachsene tun sich schwer, im Mini-Fond eine bequeme Sitzposition zu finden.

(Foto: STG)

Das Armaturenbrett ist schick gestaltet, gut verarbeitet und aus angenehmen Materialien gefertigt. Aber es baut sich steil auf, was zusammen mit den schmalen Fensterflächen für Engegefühl sorgt. Wie auf der Kirmes fühlt sich die Besatzung, wenn der Motor startet. Dank des 170 Euro teuren "Excitement"-Pakets ist ein Großteil der Elemente illuminiert, etwa der Ring um das mittig im Armaturenbrett untergebrachte Bedienzentrum. Er leuchtet mal rot, mal grün, mal weiß, mal gelb. Das verliert schnell seinen Reiz. Immerhin kann man es abschalten. Nachhaltig überzeugen muss der Mini One auf andere Weise.

Kleiner Motor mit großen Ambitionen

Bisher gelang ihm das vor allem mit seiner Fahrdynamik. Wenn andere Kleinwagen den Fahrer meist von der Straße entkoppelten, ließ der Mini Mensch, Maschine und Asphalt miteinander verschmelzen. Der Neue toppt das hohe Niveau seiner Vorgänger in dieser Beziehung sogar. Er hat sich das direkte und verbindliche Wesen bewahrt, hält den Fahrer mit seiner wunderbaren Lenkung stets über das auf dem Laufenden, was sich zwischen Reifen und Straßenbelag abspielt. Die Pedalwege, der nötige Kraftaufwand, Suchen und Finden der Gänge im manuellen Sechsganggetriebe: Alles wirkt vertraut, gibt Feedback, trifft den richtigen Kompromiss zwischen leicht und schwer - und ist damit so, wie es sein soll.

Fahrbericht Mini Cooper

So neu und doch so bekannt

Mit seinem Motor scheint sich der Mini One wieder auf den Minimalismus seines winzigen Urahnen zu besinnen, dessen Vierzylinder je nach Baujahr nicht mal einen, höchstens aber 1,3 Liter groß war. Nun sind es 1,2 Liter Hubraum, die sich auf nur drei Zylinder verteilen. Dank Turboaufladung entfernt sich der Mini One dennoch weit von der Leistungs-Askese früherer Tage. Er bringt es auf 102 PS und maximal 180 Newtonmeter. Dieses kleine Motörchen bietet sein maximales Drehmoment auf einem Plateau zwischen 1400 und 4000 Umdrehungen an und zeigt in diesem Bereich viel Biss. Dazu passen die Fahrleistungen: 9,9 Sekunden von Null auf Hundert und 195 km/h Spitzentempo - wahrlich nicht die Werte eines Verkehrshindernisses.