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Mini Cooper S Fünftürer im Test:Verzückung und Verzicht

Der Mini Cooper S Fünftürer

Als Fünftürer kostet der Mini Cooper S mindestens 24 900 Euro.

(Foto: BMW Group)

Ach, was macht der Mini Cooper S Spaß - auf der Landstraße. Auf der Autobahn ist er wegen seiner Hibbeligkeit dagegen einfach nur anstrengend.

Ein Mini war mal eine rollende Verzichtserklärung. Ein 3,06 Meter kurzer Straßenzwerg mit drei Türen, der trotzdem irgendwie Platz für vier Insassen bot. In dem eine Fahrt für jeden Passagier unbequem war, wegen der furchtbar unkomfortablen Federung und der bestimmt nicht gemütlichen Sitze, die eine ungesunde Körperhaltung erforderten. Vor allem für den Fahrer, der sich mit einem ungewohnt flach stehenden Lenkrad plagen musste. Aber das war früher.

Seit BMW den britischen Autokult 2001 als eigene Marke reanimierte, hat sich einiges geändert. Nun ist der Platz hinter dem Steuer der beste im ganzen Auto. Gegen Zahlung von 900 Euro gibt es den Kleinwagen inzwischen sogar als Fünftürer. Dem Design hilft das nicht. Die hinteren Seitentüren sehen aus, als mussten sie kurzfristig ins Blech gepresst werden. Die Proportionen profitieren ebenfalls nicht davon. Das mag daran liegen, dass der Mini bei der Metamorphose vom Drei- zum Fünftürer zwar um 15,5 Zentimeter in die Länge gewachsen, aber der Radstand nur gut sieben Zentimeter größer geworden ist.

Mini Cooper S Fünftürer in Bildern

Die Details zum sportlichen Kleinwagen

Fünftüriger Zweisitzer

Womit auch der Grund gefunden ist, warum der Mini trotz der beiden zusätzlichen Türen weiterhin ein verkappter Zweisitzer ist. BMW zufolge soll es mehr Platz für die Knie geben, aber zu spüren ist das kaum. Wer dem Kindesalter entwachsen ist und im Fond Platz nimmt, geht fast zwangsläufig auf Tuchfühlung mit den Vordersitzen und dem Dachhimmel. Immerhin wächst der Kofferraum von 211 auf 278 Liter. Dank klappbarer Rücksitzlehnen kann der Rauminhalt des Gepäckabteils auf 941 Liter erweitert werden. Damit ist auch der Möbelhaus-Parkplatz kein Feindesland mehr.

Das Armaturenbrett ist ähnlich verschachtelt gestaltet wie früher, aber viel besser zu bedienen. Obwohl viele Tasten anders aussehen, befinden sie sich doch dort, wo sie auch in anderen Autos sind. Aber so ganz kann der Mini auch als Fünftürer nicht raus aus seiner Haut - die markentypische Verspieltheit hat er sich bewahrt. Das zeigt sich zum Beispiel an der Cockpitbeleuchtung, die fast jede Eingabe mit einem Farbenspiel quittiert. Aber das Beste an ihr ist, dass man sie auch ausschalten kann, denn dieser Schnickschnack lenkt nur ab.

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Und spätestens dann, wenn der Cooper S seine liebste Spielwiese, die Landstraße, erreicht hat, benötigt er die volle Aufmerksamkeit seines Fahrers. Je mehr Kurven es gibt und je enger sie sind, umso wohler fühlt sich der Brite. Dirigiert von einer sehr direkten Lenkung hält er auch bei hohem Tempo so stabil die Spur, dass sich die Vorderräder mit dem Asphalt zu verzahnen scheinen. Auch das Heck bleibt stets zuverlässig auf Kurs. Die Bremsen beißen fest zu, das Sperrdifferenzial mit elektronischer Steuerung lässt den Mini am Kurvenausgang trotz Vorderradantrieb souverän beschleunigen. Mit seinem zwar straffen, aber nicht völlig komfortbefreiten Fahrwerk hält er auch auf schlechten Straßen sicher die Spur.