Mercedes SLS E-Cell: Erste Ausfahrt:Mit dem Sound einer beschleunigenden S-Bahn

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Der elektrische Allradantrieb und der niedrige Schwerpunkt steigern die Fahrfreude immens. "Im Vergleich zum normalen SLS liegt der Schwerpunkt des E-Cell nochmals um 23 Millimeter tiefer", erklärt Jan Feustel, bei AMG für den elektrischen SLS zuständig. ABS, ESP und weitere Regelsysteme sind an Bord und funktionieren ebenso prächtig wie die neu konzipierte Vorderachse mit den Push-Rod-Dämpfern.

Die Vorgaben des benzinbetriebenen SLS sind mit 571 PS und 317 km/h Spitze hoch. Die vier Elektromodule des E-Cell leisten bereits 392 KW / 533 PS und stellen das gigantische Drehmoment von 880 Nm bereit. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 250 km/h. "Das erwarten die Kunden von AMG. Wir sind eine Performance-Marke. Daher soll der SLS E-Cell auch so schnell sein wie unsere anderen Modelle", sagt Kai Marten.

Wie sehr das hohe Tempo die avisierten 200 Kilometer Mindestreichweite angreift, muss sich nach Hochgeschwindigkeitsfahrten auf deutschen Autobahnen zeigen. Hier an der norwegischen Atlantikstraße kann der SLS E-Cell in jeder Form begeistern. Der Vortrieb ist in allen vier Fahrprogrammen mächtig - das Fahrverhalten exzellent.

Besonders in den Modi Sport Plus und Manuell gibt es kein Halten mehr, wenn die Maximalleistung abgerufen wird. In den Fahrprogrammen Comfort und Sport stellt der E-Cell 40 bis 60 Prozent seiner Leistung zur Verfügung. Nach über 80 Kilometern flotter bis schneller Fahrt auf der Landstraße zwischen Kristiansund und Bud zeigt der Bordcomputer noch knapp 50 Prozent Restkapazität für den Akkupack an. Bei längeren Abfahrten an Brücken oder hinunter zur Unterführung des südlichen Kristiansund-Fjords kann der Fahrer über die Schaltpaddel am Steuer aktiv einstellen, wie viel Energie er über die Bremsenergie-Rekuperation zurückgewinnen will.

Am Thema Ladezeit müssen die Entwickler von AMG noch arbeiten. "Ist der Akku leer, kann der Ladevorgang schon acht Stunden dauern", so Jan Feustel, "die ersten 60 Prozent gehen vergleichsweise schnell. Danach wird es zäh. Mit Starkstrom von 400 Volt funktioniert das Ganze natürlich deutlich flotter."

Zudem geht es um den Motorsound. "Das Einspielen von akustischem Motorsound kommt für uns nicht in Frage", wirft Kai Marten ein, "der Wagen muss auf jedem Fall elektronisch klingen." Momentan erinnert der gut gedämpfte Sound jedoch nach wie vor an eine beschleunigende S-Bahn.

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