bedeckt München 22°

Mercedes R-Klasse:Reisewagen

Die R-Klasse ist eines der großen Sorgenkinder in der Mercedes-Palette - trotz unbestrittener Qualitäten wollten sie nur wenige haben. Jetzt kommt der zweite Versuch.

Viele hatten erwartet, dass die Mercedes R-Klasse auslaufen und keinen Nachfolger bekommen würde - zu enttäuschend waren die Verkäufe in Europa und den USA. Über Wohl und Wehe eines etwaigen Nachfolgers wird eine gründliche Modellpflege entscheiden, die dem Multitalent in diesem Frühjahr weltweit verabreicht wird. Seine Weltpremiere feierte die R-Klasse 2010 auf der New York Motorshow.

Gerade in den USA sollte die R-Klasse einst neue Kunden anlocken. Gut betuchte Familien mit Kind und Hang zu Freizeitvergnügungen aller Art sollten vor Jahren Lust auf die Mercedes-Mischung aus S- und GL-Klasse bekommen. Doch der Erfolg des als besonders innovativ und variabel gefeierten R-Modells blieb aus. Die Mercedes-Kunden kauften weiterhin die heiß geliebte S-Klasse, die mittlerweile auch mit Allradantrieb verfügbar war. Wer es robuster wollte, bediente sich bei den großen SUV der M- und GL-Klasse, die zusammen mit der R-Klasse im amerikanischen Tuscaloosa vom Band laufen.

Neue Kunden ließen sich mit dem üppig dimensionierten R-Modell also kaum gewinnen. Besonders an der wenig eleganten Optik störten sich die etwaige Interessenten. Mercedes musste bei der Modellpflege deswegen in die Vollen gehen. Zwar halten sich die optischen Veränderungen schon wegen der eng kalkulierten Produktionskosten bei Überarbeitungen zumeist im Rahmen, das neue R-Modell wirkt dennoch - zumindest von vorn - wie ein völlig neues Auto.

Die weiblich-organischen Frontscheinwerfer mit dem traurigen Schlafzimmerblick sind verschwunden. Die neue R-Klasse präsentiert sich mit der tief in die Frontschürze gezogenen Motorhaube und den neuen Lichteinheiten deutlich breiter und selbstbewusster als bisher - Mercedes hat sich in diesem Punkt kräftig bei der Optik der deutlich erfolgreicheren M-Klasse bedient.