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Mercedes mit 585 PS:Allrad für die AMG-S-Klasse

Langversion, 585 PS und Allradantrieb: Der Mercedes S 63 AMG 4matic ist das aktuelle Mercedes-Topmodell. Mit der neuen Modellgeneration bekam die S-Klasse Allradantrieb. Eine erste Ausfahrt mit der Luxuslimousine zeigt, ob er wirklich nötig ist.

Von Stefan Grundhoff

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Mercedes, Mercedes S-Klasse, AMG, S63 AMG

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Langversion, 585 PS und Allradantrieb: Dieser Mercedes S 63 AMG 4matic ist das aktuelle Mercedes-Topmodell. Erst in der neuen Modellgeneration bekam die AMG-S-Klasse Allradantrieb. Eine erste Ausfahrt zeigt, ob er wirklich nötig ist.

Warum gibt es diese leistungsstarke Limousine erst jetzt mit Allradantrieb? Der Mercedes E 63 AMG 4matic kombiniert in der aktuellen Generation der S-Klasse 585 PS mit Allradantrieb. In der kleineren E-Klasse goutieren die Kunden das Paket: "Wir verkaufen unsere AMG-E-Klasse mittlerweile zu 90 Prozent mit Allradantrieb", sagt der scheidende AMG-Chef Ola Källenius. "Dass es allerdings so viele sind, hat auch uns überrascht", fügt er hinzu.

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Der Allradantrieb soll nun auch den Verkauf der S-Klasse ankurbeln. Der V8-Benziner mit doppelter Turboaufladung hat einen Hubraum von 5,5 Litern und leistet wie bereits erwähnt 585 PS. Verpuffte die Motorleistung des 571-PS-starken Vorgängers bei rutschiger Fahrbahn, Schnee, Eis und Regen größtenteils, so kommt beim S 63 AMG 4matic ungleich mehr Leistung auf der Straße an.

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Vor allem in den eher unspektakulären Alltagssituationen macht sich der Zusatzantrieb positiv bemerkbar: Beim Herausbeschleunigen aus dem Kreisverkehr oder beim Abbiegen an einem Stoppschild. Man muss keinen Meter auf einer Rennstrecke fahren oder illegal auf Landstraßen rasen, um den Fortschritt zu spüren.

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Doch AMG baut nach wie vor heckbetonte Autos. "Daher haben wir die Kraftverteilung von 33:67 Prozent zugunsten der Hinterachse beibehalten", sagt der zukünftige Daimler-Vertriebsvorstand Källenius. Das spürt man bei flotter Kurvenfahrt auf regennasser Fahrbahn nach kurzer Zeit. Trotzdem wiegt dieser Wagen 2,1 Tonnen und schiebt im Grenzbereich spürbar über die Vorderräder.

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Das Fahrwerk ist einstellbar, es stehen die Modi Komfort und Sport zur Verfügung. Eine dritte Stufe als Milttellösung wäre empfehlenswert. Der Lenkung fehlt etwas an Feingefühl und Direktheit, im Einsatz als kraftvoller Langstreckencruiser passt das komfortlastige Gesamtpaket am besten.

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Der Motor sorgt nach einem kleinen aber spürbaren Turboloch für imposante Beschleunigungswerte, Tempo 100 ist nach vier Sekunden erreicht. 300 km/h sind möglich, das maximale Drehmoment liegt zwischen 2250 und 3750 Kurbelwellenumdrehungen bei 900 Newtonmetern. Die auf Wunsch erhältliche Version mit kurzem Radstand und Hinterradantrieb wird kaum eine Rolle spielen.

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Der Klang der vierflutigen Auspuffanlage ist in bester Mercedes-Tradition nur außerhalb des Fahrzeugs vernehmbar. Die Geräuschdämmung und das Doppelglas sorgen dafür, dass im Innenraum nur ein Brummen vernehmbar ist. Gerade im Sportprogramm würden sich manche Kunden wohl ein bisschen mehr Lärm im Innenraum wünschen.

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Optisch hält sich der Mercedes S 63 AMG abgesehen von größeren Lufteinlässen ebenso zurück und hebt sich nur unmerklich von den schwächeren S-Klassen ab.

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Die Sitze bieten vorne und hinten gleichermaßen eine Vielzahl von Einstellungsmöglichkeiten und lassen sich so fein verstellen, dann man hierfür die halbe Fahrstrecke zwischen München und Frankfurt nutzen könnte.

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Die runde Analoguhr in der Mittelkonsole passt nicht in ein 150.000-Euro-Auto, dafür wirkt sie zu lieblos. Die beiden großen 12,3-Zoll-Displays, die das Armaturenbrett bilden, sehen viel hochwertiger und zeitgenössischer aus. Außerdem liegen sie gut im Blick des Fahrers und sind exzellent verarbeitet.

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Doch insgesamt stellt sich bei der AMG-S-Klasse ernsthaft die Sinnfrage: Braucht die Mercedes S-Klasse, aktuell die beste Luxuslimousine der Welt, nun ein AMG-Triebwerk oder reicht auch das normale Programm, das beim 111.443 Euro teuren S 500 mit Allradantrieb und langem Radstand endet? Fahrdynamisch fehlt der etwas behäbige AMG niemandem. Der 455 PS starke 500er ist außerdem bereits souverän motorisiert. Andere Autos sind in jedem Fall schnellere und bessere Landstraßengefährte und auch lange Strecken lassen sich am Steuer anderen Fahrzeuge ähnlich zügig und vor allem deutlich sparsamer als mit der schnellsten S-Klasse zurücklegen.

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So bleibt die AMG-S-Klasse ein reines Auto für Individualisten, denen beinahe 40.000 Euro Aufschlag gegenüber dem herkömmlichen Topmodell egal sind. Der nun erhältliche Allradantrieb macht das Gesamtpaket allerdings deutlich fahrbarer und sicherer.

© Süddeutsche.de/pi/goro/mkoh/lala
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