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Mercedes AMG GT S:Der böse Benz kann auch ganz zahm sein

Mercedes AMG GT S

Der 510 PS starke Mercedes AMG GT S soll etwa 130 000 Euro kosten.

(Foto: STG)

Der Mercedes AMG GT S kann es mit dem Porsche 911 Turbo aufnehmen. Denn er beherrscht die harte und die zarte Gangart. Erste Eindrücke von einer rasanten Abstimmungsfahrt.

Das 4,0-Liter-Aggregat startet auf Knopfdruck in der Tiefe des Raumes, holt über lange Ansaugschnorchel vernehmlich Luft und verfällt sogleich in jenen bollernd-brabbelnden Leerlauf, den nur ein V8 beherrscht. Diese durch kein Laderpfeifen getrübte Klangkulisse produziert quadratzentimeterweise Gänsehaut, und sie hält auch, was das akustische Vorspiel verspricht.

Der neue AMG-Mercedes tritt in die breiten Fußstapfen des teureren und schwereren SLS. Ohne Flügeltüren, aber mit mehr Traktion, Ausgewogenheit, Präzision, Tempo. Zwischen vorderer und hinterer Stirnwand ist der weitgehend aus Aluminium gefertigte GT im Prinzip ein SLS. Das alles zum fairen Preis von rund 130 000 Euro für das gut ausgestattete Topmodell mit 510 PS und 650 Nm. Lust auf eine Probefahrt?

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Tobias Moers, Ex-Entwicklungsleiter und seit 2013 Mister AMG, stellt sich auf Knopfdruck sein individuelles Fahrprogramm zusammen: ESP aus, Motor und Getriebe in Race, Schaltung in manuell, Dämpfer in Sport, Auspuffsound in Sport+. Die Lieblingsabstimmung kann man in der AMG Drive Unit abspeichern - oder über entsprechende Tasten direkt anwählen.

Der AMG GT braucht keinen Allradantrieb

Der erste Teil der Abnahmefahrt führt durch kleinere Ortschaften und auf Landstraßen rund um das Testgelände in Papenburg. Das verhaltene Wastegate-Pusten beim Gaswegnehmen haben wir als charmant empfunden, den spröden Langsamfahrkomfort der extrabreiten 20-Zöller an der Hinterhand dagegen eher als lästig. "Die Feinabstimmung ist noch nicht abgeschlossen", konstatiert Tobias Moers, Ende der Diskussion. Kein Handlungsbedarf besteht in Bezug auf die Fahrleistungen. Der deutlich unter 1600 Kilo schwere AMG GT soll in 3,85 Sekunden von null auf 100 km/h beschleunigen und 310 km/h schnell sein. Der Normverbrauch liegt mit 9,3 Liter fast vier Liter unter dem SLS.

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Porsche 911 GT3 und 911 Turbo. Jaguar F-Type Coupé R. Aston Martin V8 Vantage. Das sind die Gegner des neuen AMG-Mercedes. Der Porsche hat Allradantrieb, der AMG GT nicht. Warum? "Weil er ihn nicht braucht", behauptet der Mann am Dreispeichenlenkrad. "Die Traktion ist top, und von der Transaxle-Bauweise profitiert auch die dynamische Achslastverteilung."

Die Probe aufs Exempel liefert der nächste Ampelstart. Der Mercedes spreizt sich ein, geht ab wie der viel zitierte Flitzebogen, verliert keine Zeit beim Hochschalten, schiebt kontinuierlich mächtig an und bekommt die Kraft tatsächlich auf den Boden. In Kurven kümmert sich im S-Modell ein elektronisch geregeltes Sperrdifferenzial um die Momentenverteilung zwischen den Antriebsrädern.