Mein Flugzeug im Vorgarten:John Travolta musste wieder ausziehen

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Genau dieser lässige Umgang mit Fluggenehmigungen hat den Airparks in den USA aber auch einige negative Schlagzeilen eingebracht. Dieses Sicherheitsrisiko ficht Troy aber nicht im Geringsten an. Schließlich lebe man in geschlossenen Arealen, in die nur zuverlässige Menschen aufgenommen würden. Auch Lärmprobleme gibt es laut Troy nicht. "Nach Einbruch der Dunkelheit finden kaum noch Flüge statt, und außerdem lieben wir Piloten ja den Sound eines Flugzeugs", lässt er Kritiker abblitzen.

Mein Flugzeug im Vorgarten: ... an den Gärten der Nachbarn. Das lästige, zeitraubende Ein- und Auschecken an Flughäfen entfällt ebenso wie die An- und Abfahrtswege dorthin.

... an den Gärten der Nachbarn. Das lästige, zeitraubende Ein- und Auschecken an Flughäfen entfällt ebenso wie die An- und Abfahrtswege dorthin.

(Foto: Markus Altmann)

Nicht so gerne allerdings erzählt man die Geschichte eines ehemaligen Bewohners mit Namen John Travolta. Denn der wurde genötigt, auszuziehen, nachdem ihm sein Kleinflugzeug nicht mehr genügte und er sich einen Boeing-Jet anschaffen wollte. Das war den sonst so entspannten Bewohnern von Spruce Creek dann doch zu viel.

Einer der wenigen europäischen Airparks findet sich in Frankreich - dort eröffnete vor 15 Jahren der Vendeé Airpark, 20 Minuten von La Rochelle, an der Atlantikküste zwischen Bordeaux und Nantes gelegen. Die Anlage, auf ehemaligem Bauernland errichtet, mutet eher wie eine Ferienanlage als eine Wohnsiedlung an. Zum Atlantikstrand sind es rund 15 Minuten, es gibt natürlich auch Golfplätze und Radwege. 50 Villen grenzen an zwei Taxiways, die von der Startbahn abzweigen. Die geteerte Piste ist 820 Meter lang, daran schließt sich eine Graspiste an. Flugzeuge parken in geräumigen Garagen, die sich neben ähnlich groß dimensionierten Swimmingpools befinden.

Wer hier eines der Häuser kaufen will, muss rund 750.000 Euro investieren - wobei das Flugzeug im Preis nicht eingeschlossen ist. Die jährliche Nutzungsgebühr für die Anlage, die jeder Eigner zu entrichten hat, beträgt 978 Euro. Die Mehrzahl der Hobbypiloten gehört zur älteren Generation, nur am Wochenende kommen Familien auf das Gelände. Man ist eine eingeschworene Gemeinde und kultiviert Lässigkeit: Autotüren müssen auf dem Gelände nicht verschlossen werden, jeder kennt jeden. Der Landwirt, dem das Land ursprünglich gehörte, pflegt nun zusammen mit seiner Ehefrau die Gärten und ist ein gerngesehener Gast auf den Partys. Die Fliegerei selbst ist ihm allerdings bis heute fremd.

Aber auch in Deutschland wird man demnächst auf einem Flugplatz wohnen können - und zwar direkt an der Küste. Ostsee-Airpark taufte der Lübecker Kaufmann Jürgen Steinfeld sein Projekt, das er vor vier Jahren auf dem Gelände des Privatflughafens Rerik-Zweedorf nahe bei den Ostseebädern Kühlungsborn und Heiligendamm startete. "Die behördlichen Genehmigungen liegen alle vor, und im vergangenen Jahr haben wir mit der Erschließung des Geländes begonnen", erzählt Jörg Müller, der das Projekt betreut. Das neue Fliegerdorf wird aus 25 Häusern bestehen, von denen dann 17 über einen Runway-Anschluss verfügen werden; die Grundstücksgrößen variieren zwischen 700 und 2600 Quadratmeter. Mit der Nachfrage ist Müller sehr zufrieden, Interessenten kommen auch aus dem Ausland, zum Beispiel aus der Schweiz und aus Schweden. In wenigen Monaten werden bereits die ersten Rohbauten fertig sein.

Davor war bereits ein anderes Airpark-Projekt im brandenburgischen Sand steckengeblieben: In Friedersdorf südlich von Berlin fanden sich vor Jahren trotz viel Werbung nicht genug Investoren für ein Fliegerdorf im Speckgürtel der Hauptstadt.

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