Maserati Bora:Wenn die Stunde schlägt

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Standhafte Technik

Die Kraftübertragung erfolgte über das branchenübliche und sehr bewährte ZF-5-Gang-Schaltgetriebe, das zusammen mit dem Differenzial hinter dem Motor angebracht war. Neu (und eigentlich längst überfällig) bei Maserati war die Einzelradaufhängung an der Hinterachse - bislang hatte man hier auf eine zweifellos gut geführte, aber doch etwas antiquierte Starrachse gesetzt. Vorne war die Einzelradaufhängung obligatorisch.

Als Motoren kamen alte Dreizack-Bekannte zum Einsatz: die seinerzeit hochmodernen, sehr kompakt bauenden 90-Grad-V-8-Aggragate, vorwiegend aus Leichtmetall geformt, mit vier obenliegenden Nockenwellen und vier Weber-Doppelvergasern, bereits bekannt aus Ghibli und Indy. Zunächst 4,7 Liter groß und 310 PS stark, dann mit 4,9 Litern und ungefähr zehn Pferden mehr.

Letztere Maschine brachte etwas mehr Durchzugskraft, manche "Kenner" bevorzugen allerdings das kleinere Triebwerk, weil es "spritziger" sei. In jedem Fall gilt der Motor als überaus kraftvoll und zugleich standfest, allemal gut für 260 km/h und mehr an Höchstgeschwindigkeit und Beschleunigungen von deutlich weniger als sieben Sekunden auf Tempo 100.

Eine weitere Besonderheit des Bora war fraglos sein Citroen-Erbe. Ja, richtig, Citroen. Der französische Konzern war in den 60er Jahren bei Maserati eingestiegen (ein Sproß aus dieser Beziehung war zum Beispiel der Citroen SM, ein gewaltiges Coupé, das von einem neu entwickelten 2,7 Liter großen Maserati-Sechszylinder-V-Motor angetrieben wurde und das wahrlich spektakulär daherkam).

Entente Cordiale

Die Franzosen waren bekannt für ihre Hydraulik-Vorliebe, und der Bora kam da nicht aus. Ein spezielles Hochdruck-Hydraulik-System versorgte unter anderem die Lenkung und die Bremse mit Energie. Während es an der Zahnstangensteuerung nichts auszusetzen gab, war die Verzögerung dem Vernehmen nach mehr als gewöhnungsbedürftig, da das Bremspedal praktisch ohne Weg arbeitete. Auch die Bremsen selbst waren nicht über jeden Zweifel erhalten - heute würden sie wohl glatt durchfallen...

Weiters lieferte die Hydraulik den Saft für die Betätigung der Klappscheinwerfer und für diverse Verstellmöglichkeiten, etwa Lenkrad, Fahrersitz (nicht in der Länge!) und Pedalerie - alles in allem durchaus eine technische Avanciertheit.

(Die Kollaboration der Franzosen mit Maserati zeitigte auch noch den Bora-Ableger Merak bzw. Merak SS mit ebenfalls sechs Zylindern hinter den Sitzen.)

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