Abu Dhabi: Masdar City:Zukunftsträume im Wüstensand

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Masdar City gilt weltweit als Vorbild aller Öko-Städte. Die Sonne ist ihre wichtigste Energiequelle, aber auch ihr größter Feind. Autos fahren nur elektrisch - wenn überhaupt.

Ein Besuch.

Es sieht aus wie eine Szene aus dem Science Fiction-Film "Flucht ins 23. Jahrhundert": Führerlose Gondeln surren leise in eine verglaste Station, ohne Schienen und dirigiert nur von Magneten im Boden. Die Türen öffnen sich, man nimmt auf bequemen Sitzen Platz und lässt sich aus dem unterirdischen Bahnhof in das Herz von Masdar City pilotieren.

Die bis zu 40 km/h schnellen Gondeln fahren elektrisch, der Strom wird allein durch Sonnenenergie gewonnen. Zur Bedienung müssen die Passagiere nur auf einem Display ihren Zielort wählen.

Auf den ersten Blick erscheint es paradox: Die Staaten der Golf-Kooperation GCC, darunter Bahrain, Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate, hocken auf 37 Prozent der weltweiten Ölreserven. Die Autos sind groß und teuer, die Klimaanlage läuft immer.

Trotzdem entsteht ausgerechnet im Wüstensand Abu Dhabis auf einer Fläche von sieben Quadratkilometern mit Masdar City die modernste Öko-Stadt der Welt - für 40.000 Einwohner.

Doch schon in den Geister-Gondeln beginnt das erste Stirnrunzeln. Die vom italienischen Designer Zagato gezeichneten Personentransporter rumpeln wie eine schlecht gewartete Disneyland-Attraktion. "Manchmal gibt es Probleme und die Gondeln stoppen", gibt Projektmanagerin Maha Matraji zu. Ob das System jemals ausgebaut wird, bleibt auch fraglich.

Autos sollen in Masdar City trotzdem tabu bleiben, es sei denn sie fahren elektrisch. Einige rollen bereits. Mitsubishi zum Beispiel hat zehn Stromer vom Typ i-MiEV beigesteuert. Wie viele Elektroautos es in Masdar City geben wird, ist noch unklar.

Geplant ist eine "EV Smart Community". Auf Displays in der Stadt können die Bewohner dann sehen, wo sich die einzelnen Autos gerade befinden, welche momentan verfügbar sind und wie der Ladezustand der Batterien ist.

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