Lexus GS 450h:Der Teufel trägt Prada

Keinen Sport bitte, wir sind öko! Für Lexus gilt das schon lange nicht mehr. Der neue GS greift mit Sportpaket, Allradlenkung und einem PS-starken Hybridsystem die Premiumkonkurrenz von BMW und Audi an.

Sebastian Viehmann

Dieser Japaner verbeugt sich nicht höflich, er schaut seinem Gegenüber fest in die Augen. Beim Lexus GS bilden der obere und untere Kühlergrill eine so genannte "Diabolo"-Form, die bald alle Modelle der Marke prägen wird.

Der neue GS ist mit 4,8 Metern nicht länger als sein Vorgänger, wurde aber in der Spur verbreitert und hat dank der kompakteren Hinterradaufhängung einen um 30 Prozent vergrößerten Kofferraum (564 Liter; Hybridversion: 482 Liter). Im Fond wird es für Erwachsene an den Knien aber immer noch etwas knapp.

Zentral im Armaturenbrett sitzt ein gewaltiger LCD-Monitor - 12,3 Zoll lassen genügend Platz, um alle Menüs in epischer Breite darzustellen. Der Monitor bleibt aber immer im Verhältnis 2/3:1/3 geteilt, so dass zum Beispiel die Karte des Navigationssystems nicht über die ganze Bildschirmbreite reicht.

Die Menüführung geriet mitunter arg verschachtelt und lässt die Einfachheit eines BMW-Navis vermissen. Ein bisschen gewöhnungsbedürftig, zumindest für "Umsteiger" von anderen Marken, ist die Steuerung mit dem Controller an der Mittelkonsole, der ähnlich wie eine Computermaus funktioniert. Man hat den Dreh aber schnell raus.

Was Verarbeitung und Materialauswahl angeht, präsentiert sich das Lexus-Cockpit mit viel Leder, Holz oder seidenmatt geschliffenem Metall auf Augenhöhe, wenn nicht sogar einen Hauch besser als Mercedes und Co. In der Vollausstattung hat der GS alles an Bord, was im Premium-Segment Rang und Namen hat: Head-up-Display, Abstandsregeltempomat, Spurhalteassistent, dynamisches Kurvenlicht und Nachtsichtsystem warten auf ihren Einsatz.

Unter der Haube stehen allerdings nur zwei Motoren zur Auswahl. Der GS 250 wird von einem 2,5 Liter großen V6-Benziner mit 154 kW / 209 PS befeuert. Die meisten GS-Käufer dürften sich jedoch für den Hybriden GS 450h entscheiden - schon beim Vorgänger lag der Hybridanteil bei mehr als 80 Prozent. Das Doppelherz des 450h besteht aus einem 3,5 Liter großen V6-Benziner und einem Elektromotor, die Systemleistung des Parallelhybriden liegt bei 252 kW / 343 PS.

Schon der kleinere V6 macht eine gute Figur, überzeugt mit einer geschmeidigen Kraftentfaltung und einem äußerst kraftvollen Sound. So richtig pulsieren tut der Lexus aber erst mit seinem Hybridsystem und in der "F Sport"-Ausstattung. Die kombinierte Power aus Benzin- und Elektromotor katapultiert den Japaner in 5,9 Sekunden von 0 auf Tempo 100 - und das dank Hinterradantrieb mit einer bärigen Traktion.

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