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Laserlicht im Auto:Hell, heller, Laser

Das Laserlicht des BMW i8

2011 stellte BMW zum ersten Mal im i8 einen Laserscheinwerfer vor.

(Foto: SOM)

BMW und Audi haben sich ein enges Rennen bei der Serienreife des Laserlichts geliefert - mit knappem Sieg für die Ingolstädter. Die Technik ist verblüffend: Herkömmliche Scheinwerfer wirken gegen die taghellen Leuchten wie eine Kerze.

Rennen werden auf der Zielgeraden entschieden - und in diesem Fall ist der Vorsprung durch Technik hauchdünn: Nachdem Audi 2008 bereits mit dem ersten Voll-LED-Scheinwerfer im R8 eine Weltpremiere feiern konnte, wollten sich die Ingolstädter auch bei der neuesten Lichttechnologie nicht abhängen lassen: Im Editionsmodell R8 LMX kommt im Sommer dieses Jahres erstmalig ein Laserspot für das Fernlicht auf den Markt. Eine Kombination aus LED- und Laser-Fernlicht wird erstmalig am 14. und 15. Juni im Rahmen der 24-Stunden von Le Mans im neuen Audi R18 E-tron Quattro eingesetzt. "Mit dem Transfer des Laserscheinwerfers in den Audi R8 LMX untermauern wir unsere Führungsposition in der Lichttechnologie", freut sich Ulrich Hackenberg, "für den Kunden bedeutet dies einen Zugewinn an Sicherheit und damit einen echten Vorsprung durch Technik", so der Audi-Entwicklungsvorstand.

BMW hatte die innovative Lichttechnik erstmalig auf der IAA 2011 in einem Prototypen des BMW i8 vorgestellt. Der Plug-in-Sportwagen wird als erstes BMW-Modell vom Herbst dieses Jahres an mit dem neuen Laserlicht an Kunden ausgeliefert. Je ein Lasermodul mit mehreren Leuchtdioden pro Scheinwerfer generiert einen Lichtkegel, der doppelt so weit reicht wie bei Voll-LED-Scheinwerfern.

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Die Laserdioden strahlen bis zu 600 Meter weit

Was beim Aufblenden passiert, konnten wir bereits in einem BMW-Versuchsträger erfahren: Die winzigen Laserdioden strahlen bis zu 600 Meter weit - genug, um ein ganzes Flusstal auszuleuchten. Taghell zeichnet das Laserlicht den Straßenverlauf bis zum Horizont nach. Weiße oder blaue Straßenschilder reflektieren das gleißende Licht derartig grell, dass sie wegen Blendgefahr von dem System abgedunkelt werden müssen. Deshalb wird das Laser-Schwert erst von 60 km/h an scharf geschaltet. Außerdem erkennt eine intelligente Kamerasensorik andere Verkehrsteilnehmer und blendet sie aktiv aus.

Wesentlicher Vorteil des weißen Laserlichts ist die Farbtemperatur von 5500 Kelvin, die dem Sonnenlicht sehr nahe kommt. Bei Nachtfahrten schafft es ideale Bedingungen für das menschliche Auge, um Kontraste besser zu erkennen und den Fahrer weniger schnell ermüden lassen. Herkömmliche Halogenscheinwerfer wirken dagegen wie die Kerze in einer Kutschenleuchte.

Laserdioden sparen nicht nur Energie, sondern auch Bauraum. Mit der Messestudie Vision Future Luxury hat BMW jüngst in Peking gezeigt, wie sich Fahrzeugfronten durch das Laserlicht verändern könnten. Anstelle der Bullaugen für konventionelle Leuchtquellen sitzt eine schmale Perlenkette von Hochglanzstrahlern unter der Motorhaube - die klassische Anordnung von Kühlergrill und Scheinwerfern verwandelt sich in den Bug einer Yacht.

© SZ vom 17.05.2014/reek/hart
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