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Lärmforschung:Gefährliche Schleicher

Die leisen Elektromotoren der Hybridautos bergen Tücken: Sie werden kaum gehört. Ein künstliches Motorengeräusch soll Abhilfe schaffen.

Wenn man nichts hört, ist der neue Toyota Prius ganz bei sich. Dann bewegt er sich auf Knopfdruck rein elektrisch fort - flüsterleise und rund 2,5 Kilometer weit, bis die Hybridbatterie wieder vom Motor geladen werden muss. Das reicht für einige Ampelstopps und ein deutliches Erstaunen von Fußgängern.

Ein umgerüsteter Toyota Prius als Demonstrationsobjekt

(Foto: Foto: Lotus Group)

So fährt die Zukunft. Ohne Zweifel dient die wachsende Verbreitung von Fahrzeugen, die ganz oder teilweise von Elektromotoren angetrieben werden, auch als Mittel zur Reinhaltung der Luft und der Senkung des Lärmpegels - die Produktion dieser Autos und die hoffentlich weitgehende ökologische Stromerzeugung mal außer Acht gelassen.

Die leisen Elektromotoren bergen aber auch ungewohnte Risiken - ein Gefahrenpotenzial, das der kalifornische Psychologieprofessor Larry Rosenblum an Hand einer Reihe von Experimenten mit Sehbehinderten jetzt untersucht hat.

Er ließ auf einem Parkplatz die Geräusche von normalen Autos und von Hybridfahrzeugen aufnehmen. Sie fuhren mit einer Geschwindigkeit von acht km/h an den Mikrofonen vorbei - das typische Tempo für eine Parkplatzsuche. Die aufgenommenen Geräusche wurden dann den Testpersonen vorgespielt. Sobald sie das Auto wahrnahmen, mussten sie auf einen Knopf drücken.

Das Ergebnis: Autos mit Verbrennungsmotor wurden schon gehört, als sie noch elf Meter entfernt waren, das Hybridauto aber konnte bis auf drei Meter heranrollen. Noch schlimmer fielen die Ergebnisse mit dem Hintergrundgeräusch eines im Leerlauf tuckernden anderen Autos aus - ebenfalls typisch für einen Parkplatz. In diesem Fall fuhren die normalen Autos bis auf sechseinhalb Meter heran, die Hybridmodelle erkannten die Sehbehinderten erst, als sie direkt vor ihnen standen.

Toyota Prius III

Grüner wird's nicht

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