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Koreaner auf dem Genfer Autosalon:Längst fahren die Koreaner im Rückspiegel der Japaner

Der Ioniq ist nicht das einzige, was die Koreaner beim Spritsparen in der Pipeline haben. In Rüsselsheim werden effiziente Vierzylindermotoren entwickelt - mit so gut wie allem, was an moderner Technik derzeit möglich ist. Das ist auch nötig, denn bisher fahren die Koreaner bei der Effizienz hinterher. Schon hantieren Studien mit enormen Strafzahlungen, die Hyundai/Kia 2021 an die EU überweisen müssten, weil die CO₂-Flottengrenzwerte nicht erreicht würden.

"Ich bin sehr optimistisch, dass es nicht dazu kommen wird, sagt einer, der es wissen muss: Michael Winkler leitet das Motorenentwicklungszentrum in Rüsselsheim: "Wir bringen mit dem Ioniq und dem Kia Niro eine neue Plattform speziell für elektrifizierte und vollelektrische Fahrzeuge noch in diesem Jahr auf den deutschen Markt. In Rüsselsheim arbeiten wir auch an 48-Volt-Systemen." Audi wird diese Mild-Hybrid-Technologie im SQ 7 erstmals in Serie bringen. Doch die Koreaner sind den Ingolstädtern dicht auf den Fersen: 2014 hatte Kia eine Einstiegsvariante mit dem zweiten Bordnetz und einem elektrischen Turbolader als Studie Optima T Hybrid mit 1,7-Liter-Turbodiesel gezeigt. "Wir haben das Thema 48 Volt sehr früh besetzt und einen 1,6-Liter-Benziner speziell für die Hybride entwickelt", verrät Michael Winkler.

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Längst keine Lowtech-Reisschüsseln mehr

Die Koreaner sind also längst keine Lowtech-Reisschüsseln mehr. Und die Gelegenheit, weiter voranzukommen, ist günstig, denn die Japaner geben derzeit kein berauschendes Bild ab. Mit Ausnahme von Mazda, deren Autos mit markantem Design eine in sich schlüssige, abgestimmte Modellfamilie bilden und dem populären Dauerbrenner Nissan Qashqai ist das japanische Angebot, das in Genf zu sehen ist, ein bunter Gemischtwarenladen. Allenfalls der neue Toyota-Crossover C-HR ragt aus dem recht biederen Einheitsbrei heraus. Da haben sowohl die Blauen als auch die Roten derzeit mehr zu bieten.

Doch was den Koreanern abgeht, ist ein klares Image, eine Botschaft, wofür man stehen möchte, ein Sex-Appeal, der unter die Haut geht. Und hier könnte das Nebeneinander und zum Teil auch Gegeneinander der Blauen und der Roten auf Dauer hinderlich werden. Denn um eine Automarke emotional aufzuladen, ist nicht nur ein langer Atem notwendig, sondern auch eine abgestimmte Strategie, die sowohl den Blauen als auch den Roten ein eigenständiges Profil gibt und sie zugleich als Teil eines Ganzen erscheinen lässt.

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Selbst im Fußball sind Hyundai und Kia Konkurrenten

"Wir müssen in Themen investieren, die die Emotionen in die Marke wecken", sagt Hyundai-Mann Schrick. Er würde seine Blauen gerne mehr mit dem Fußball verbinden, Hyundai sponsert bereits Welt- und Europameisterschaften. Aber die finden dummerweise jeweils nur alle vier Jahre statt. Für den DFB-Pokal wäre man gerne Partner geworden, doch da habe VW seinen Vertrag verlängert, wie Schrick mit deutlichem Bedauern erzählt. Und die Bundesliga beim Bezahlsender Sky? Tja, das machen die Roten von Kia.

Aber wer weiß, vielleicht gefällt es dem 77-jährigen Firmenpatriarchen Chung Mong-koo im fernen Seoul ganz gut, dass sich die Blauen und die Roten in ständiger Rivalität gegenseitig zu übertrumpfen versuchen. Der regiert das Hyundai-Reich mit harter, Piëch-artiger Hand, was ihm den Beinamen "Der Bulldozer" eingebracht hat.

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