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Kooperation Daimler und BYD:Großer Sprung nach hinten

Daimler will mit der chinesischen Firma BYD Elektroautos auf den Markt bringen. Doch der Partner schwächelt gewaltig.

Dieter Zetsche wusste, dass die Frage kommen musste. Und so war die Antwort des Daimler-Chefs klar. "Natürlich halten wir an unseren Plänen fest, mit BYD ein Elektroauto für den chinesischen Markt zu bauen", sagte er am Rande der Frankfurter Automesse IAA vor drei Wochen. Schließlich gehöre man nicht zu denen, die irgendwas anfangen, ohne es dann auch zu Ende zu bringen. Das klang ganz nach Zetsche. Es war konsequent.

BYD Daimler AG Kooperation

Elektro-Taxis im chinesischen Shenzen, produziert von Daimler-Partner BYD.

(Foto: Bloomberg)

Und doch ist im September 2011 vieles anders als damals im Mai 2010, als Vertreter beider Unternehmen die Tinte unter ihren Vertrag zur Gründung des gemeinsamen Joint-Ventures "Shenzhen BYD Daimler New Technology" gesetzt hatten.

Da war der Akku- und Autobauer BYD noch ein hoffnungsvolles Zukunftsunternehmen, und in Stuttgart glaubte man an die perfekte Verbindung: Die Deutschen sind zuständig für die Fahrzeugarchitektur und die Sicherheit, die Chinesen für Batterietechnologie und den Elektromotor. Deutsche Ingenieurskunst und chinesische Innovationskraft - eine großartige Mixtur. Doch dann bekam der Mythos BYD erste Kratzer.

Pläne, die nicht eingehalten werden konnten, Gewinnziele, von denen man weit entfernt lag. Allein im ersten Halbjahr waren die Gewinne des Joint-Venture-Partners um 89 Prozent eingebrochen; chinesische Medien berichteten von drastischen Kürzungen in der BYD-Vertriebssparte.

Steigende Kosten, das Ende staatlicher Subventionen für Kleinwagen und wachsende Konkurrenz im Billigsegment setzen den Newcomer, an dem der US-Investor Warren Buffett einen zehnprozentigen Anteil hält, immer mehr unter Druck. Und weil zuletzt auch noch die geplante Massenproduktion des Elektroautos E6 ins Stocken geraten ist, fragen sich viele, ob sich Daimler bei der Partnersuche in China nicht schwer vergriffen hat.

Eigentlich sollte der E6 schon 2009 rollen. Jetzt hat sich der Quereinsteiger aus Shenzhen, der als Hersteller von Batterien 1996 groß wurde und erst 2003 mit dem Autobau begann, das kommende Jahr als Ziel für den Markteinstieg gesetzt. Man habe inzwischen große Fortschritte bei der Massenproduktion der Lithium-Ionen-Akkus erzielt, heißt es aus dem Unternehmen. Das klingt eher nach Evolution als nach Revolution.

Bei Daimler reagiert man gelassen auf die Probleme beim Partnerunternehmen. Was man vor allem von BYD will, seien Batterien. "Die Kombination passt, wenn ein Partner 125 Jahre Erfahrung im Autobau mitbringt und die andere relativ junge Firma bereits langjährige Erfahrungen in der Batterietechnologie gesammelt hat", sagt Asien-Pazifik-Chef Ulrich Walker.

Einmal monatlich tauscht sich der Daimler-Mann mit BYD-Gründer Wang Chuanfu in Shenzhen persönlich aus, um über die Fortschritte im Gemeinschaftsunternehmen, aber auch die stockenden Absatzzahlen bei BYD, zu sprechen. "Ich vertraue Wang und schätze ihn als Visionär", sagt Walker.

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