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Studie:Viele Eltern sichern ihre Kinder im Auto nicht richtig

Kindersitz

Wenn Kinder im Auto nicht richtig gesichert sind, drohen bei einem Unfall schwere oder sogar tödliche Verletzungen.

(Foto: dpa)
  • Kinder werden im Auto oft nicht richtig gesichert.
  • Eine Studie ergab, dass Eltern oft gar nicht wissen, wie sie ihre Kinder im Auto sicher mitnehmen.
  • Zudem werden oft einfachste Sicherheitsregeln nicht beachtet.

Wer Kinder im Auto mitnimmt, achtet nicht immer auf deren Sicherheit. Das hat eine Studie des Marktforschungsunternehmens OnePoll im Auftrag von Seat ergeben. Von tausend befragten Eltern mit Kindern unter zwölf Jahren gaben 16 Prozent an, ihr Kind schon einmal auf einem Kissen statt auf einer regulärer Sitzerhöhung transportiert zu haben. 26 Prozent sagten, dass sie ein fremdes Kind schon einmal ohne Kindersitz im Auto mitgenommen haben.

Außerdem gab jeder zehnte Befragte an, dass er schon einmal vier oder mehr Kinder nebeneinander im Auto transportiert hat. 25 Prozent sagten zudem, dass sie schon einmal einen Sitz verwendet hätten, der eigentlich für ein älteres Kind gedacht war.

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Darunter sind zwei beliebte Modelle des namhaften Herstellers Britax Römer. Außerdem zeigt der Test: Ein guter Kindersitz ist nicht billig zu haben.

Dabei ist es bei Unfällen oft entscheidend, wie gut ein Kind im Wagen gesichert ist. Bei einem Zusammenstoß mit einer Geschwindigkeit von 50 km/h sind die Verletzungen eines acht Kilo schweren Kindes, das aus einem Sitz geschleudert wird, vergleichbar mit denen bei einem Sturz aus der dritten Etage.

Die Studie zeigt aber auch: Manche Erwachsene wissen gar nicht, wie sie ihre Kinder im Auto richtig sichern. 22 Prozent der Eltern gab zu, dass ihnen die Bestimmungen für Kinder und Autositze nicht ganz klar sind oder sie sich überfordert fühlen. Fast jeder Zweite befürchtet, den Kindersitz nicht richtig eingebaut zu haben.

Dabei gibt sowohl gesetzliche Vorgaben als auch einige Ratschläge von Experten, die man bei der Mitnahme von Kindern im Auto befolgen sollte: Der Gesetzgeber schreibt vor, dass Kinder bis zu einer Körpergröße von 150 cm mit geeigneten Kindersitzen gesichert werden müssen. Wichtig ist laut ADAC, dass Sitzerhöhungen unbedingt ausgeprägte Gurthaken aufweisen, da sonst ein hochrutschender Beckengurt schwere Bauchverletzungen verursachen kann.

Es ist zudem wichtig, einen Sitz zu verwenden, der für die Größe und das Gewicht des Kindes zertifiziert ist, weil jeder einzelne Sitz so konstruiert ist, dass er spezifischen Anforderungen entspricht, um den Körper des Kindes zu schützen. Der sicherste Platz für Kinder im Auto ist grundsätzlich auf der Rückbank.

Wann benutzt man einen nach hinten gerichteten Kindersitz (Reboarder)? Rückwärtsgerichtete Kindersitze sind in erster Linie Babyschalen bis etwa 13 kg Körpergewicht und 83 cm Körpergröße. Bei den neuen Kindersitzen nach i-Size-Norm (UN ECE Reg. 129) ist das bis zum Alter von 15 Monaten Vorschrift. Der ADAC empfiehlt, Kinder bis zu einem Alter von mindestens zwei Jahren entgegen der Fahrtrichtung zu transportieren. Bei einem Frontalaufprall kann der Hals eines Babys das Gewicht seines Kopfes nicht tragen, wenn er nach vorn geschleudert wird.

Übrigens gilt die Sicherungspflicht für Kinder auch in Taxis. Allerdings gibt es dort eine Sonderregelung für gelegentliche Taxi-Fahrten. Demnach müssen dann im Taxi nur Kindersitze ab 9 kg Körpergewicht, aber keine Babyschalen bereitgestellt werden. Es muss die Sicherung von bis zu zwei Kindern möglich sein und es muss für mindestens ein Kind ein Sitz der Klasse 9-18 kg zur Verfügung stehen. Babyschalen muss der Fahrgast mitbringen. Dem Fahrer droht sonst entweder ein Verwarnungsgeld von mindestens 30 Euro (bei Kind im Erwachsenengurt) oder ein Bußgeld von mindestens 60 Euro, wenn das Kind ungesichert ist. Für regelmäßige Taxi-Fahrten (Festauftrag) gilt die Sicherungspflicht jedoch in vollem Umfang.

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