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Kfz-Kennzeichen:Alte Städte-Kürzel fürs Auto kommen wieder

Im Frühjahr ist es wohl so weit: Die Politik wird alte Auto-Kennzeichen wieder zulassen. Durch Gemeindereformen hatten viele Städte ihr alten Kürzel verloren - mehr als 200 Gemeinden streben nun wieder ein eigenes Kennzeichen an.

Fabian Uebbing

Im Frühjahr könnte es soweit sein: Dann entscheidet der Bundesrat darüber, ob einige hundert Gemeinden ihr früheres eigenes Autokennzeichen zurückerhalten. Nostalgiker und Lokalpatrioten frohlocken: Viele alte Nummernschilder, die wegen Gebietsreformen verloren gingen, könnten wiederkommen.

Eine Liste mit mehr als 200 Gemeinden, die ein eigenes Kennzeichen anstreben, finden Sie hier.

Zahlreiche kleinere Städte verloren in den 1970er Jahren ihre kommunale Eigenständigkeit und wurden aus Effizienzgründen mit Nachbarkommunen fusioniert. In der früheren DDR vollzog sich erst nach der Wiedervereinigung ein ähnlicher Prozess.

Über die neuen alten Schilder freut sich auch Ralf Bochert von der Hochschule Heilbron. Er forscht dazu, wer gerne die alten Kennzeichen wiederhätte. "Je kürzer der Kennzeichenverlust zurückliegt, desto mehr Befürworter gibt es", sagt der Wirtschaftsprofessor. Er ist eine treibende Kraft hinter der "Initiative Kennzeichenliberalisierung", einem interdisziplinären Forschungsprojekts an der Hochschule Heilbronn. Die Forscher haben 30.000 Einwohner von Gemeinden mit Altkennzeichen befragt. Das Ergebnis: 73 Prozent wünschen die Wiedereinführung. Das Ergebnis sei erstaunlich gewesen, sagt Tourismus-Experte Bochert zu Süddeutsche.de: "Bundesweit wollen vor allem die Jüngeren die alten Kennzeichen zurück. Ein Kennzeichen-Revival könnte sich für die Gemeinden auszahlen: "Städte mit eigenen Kennzeichen sind einfach bekannter", sagt Bochert.

Diesen Wunsch hat auch schon die Politik registriert. Die Regierung gab im Bundesrat im Dezember zu Protokoll: "Die Bundesregierung sagt zu, eine Änderung der Fahrzeug-Zulassungsverordnung in den Bundesrat einzubringen, mit der erreicht wird, dass die Altkennzeichen auf Wunsch der Länder wieder gültig gemacht werden können."

Stimmt der Bundesrat dem Vorhaben im Frühjahr zu, könnte die Kennzeichen-Landschaft wieder bunter werden. Ob DIN (Dinslaken), FÜS (Füssen) oder LEO (Leonberg) - die alten Plaketten richteten sich oft nach den drei Anfangsbuchstaben der Stadt.

© Süddeutsche.de/bbr
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