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Kaufanreize für Elektroautos:Dobrindt will E-Mobilität fördern

Smart mit Elektroantrieb an einer Stromtankstelle

Wenn es nach Verkehrsminister Dobrindt geht, gibt es bald weitere Kaufanreize für Elektroautos.

(Foto: dpa)

Elektrisch angetriebene Autos verkaufen sich in Deutschland nach wie vor schleppend. Damit sich das ändert, will Verkehrsminister Dobrindt neue Privilegien für Fahrer von E-Autos schaffen.

Eine Million Elektroautos auf Deutschlands Straßen im Jahr 2020 - so lautete einst das Ziel der Bundesregierung. Das ist jedoch in weite Ferne gerückt, denn zum jetzigen Zeitpunkt sind hierzulande gerade einmal gut 12 000 Elektroautos unterwegs. Bei weiteren etwa 90 000 Fahrzeugen ergänzt ein Verbrennungs- den Elektromotor als Reichweitenverlängerer oder zu einem Hybridantrieb.

Etwa 100 000 Autos mit E-Motor bei einem Fahrzeugbestand von insgesamt fast 44 Millionen Pkw: Der Markt dümpelt vor sich hin, Impulse sind dringend notwendig. Die will Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) auf den Weg bringen. Fahrer von Elektroautos sollen nach dem Willen der Bundesregierung weitere Privilegien erhalten. Spezielle Kennzeichen sollen es den Städten etwa ermöglichen, E-Autos freie Fahrt auf Busspuren oder Sonderparkplätze zu gewähren. Dazu soll ab Februar 2015 ein Gesetz definieren, welche Wagen in die Kategorie Elektroauto fallen, wie Dobrindt dem Tagesspiegel (Donnerstag) sagte.

Zudem sollen die Abschreibungsregeln für Unternehmensfuhrparks vereinfacht und mehr Ladestationen an Autobahnen errichtet werden. Auch Kaufanreize scheinen in der Bundesregierung nicht mehr undenkbar: "Ich möchte das hier nicht ausschließen", sagte Verkehrsstaatssekretär Rainer Bomba (CDU) bei einer Veranstaltung am Donnerstag in Berlin. Darüber würden aber die Bundeskanzlerin und das Finanzministerium entscheiden. Zunächst werde zum Jahresende ein Bericht zur Nationalen Plattform Elektromobilität vorgelegt.

"Mehr E-Autos für die öffentliche Hand"

Elektroautos gelten wegen der schrumpfenden Ölreserven als umweltfreundliche Alternative zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor. Trotz des bislang schleppenden Verkaufs hält die Bundesregierung an ihrem Ziel fest, bis 2020 eine Millionen E-Autos zu erreichen.

Die Autobranche fordert dafür mehr Unterstützung. Bund, Länder und Gemeinden müssten mehr strombetriebene Wagen kaufen. "Wir könnten uns vorstellen, dass die öffentliche Hand mit ein paar zehntausend Fahrzeugen zeigt, welche Möglichkeiten der Markt bringt", sagte Matthias Wissmann, der Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA).

Der Verkehrsclub Deutschland sieht das Vorhaben, Busspuren für Elektroautos zu öffnen, kritisch. Sprecher Gerd Lottsiepen kritisierte, dann werde dort das nachhaltigste Verkehrsmittel verdrängt: das Fahrrad.

© SZ.de/dpa/hart/cag

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