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Kalifornien: Digitale Autokennzeichen:Blinkende Werbetafeln

Schnapsidee oder erfolgreiches Mittel im Kampf gegen ausufernde Staatsschulden? Der US-Bundesstaat Kalifornien will digitale Autokennzeichen einführen, die Werbung anzeigen können.

Blinkende digitale Werbetafeln gehören an den Straßen in den USA seit Jahrzehnten zum Alltag. Bald könnte aber noch etwas anderes die Autofahrer ablenken - Werbung auf blinkenden Autokennzeichen direkt vor ihnen.

Kalifornien Autokennzeichen

Und sei die Fläche auch noch so klein - Werbung hat immer Platz: Autokennzeichen sollen in Kalifornien digital werden, um Werbung anzeigen zu können.

Das Parlament von Kalifornien diskutiert laut CNN Money derzeit einen Gesetzesentwurf, der die Einführung digitaler Autokennzeichen vorsieht. Dies soll aber nicht nur dem Fortschritt dienen - sondern natürlich in der Zukunft auch Geld in die Kassen des überschuldeten US-Staates mit einem Defizit von 19 Milliarden Dollar spülen.

Diese neuen, digitalen Autokennzeichen sollen genau so aussehen wie die normalen Schilder. Steht das Fahrzeug aber länger als vier Sekunden still, sei es im Stau oder vor der roten Ampel, kann Werbung eingeblendet werden. Das normale Kennzeichen ist dabei weiterhin vorhanden - aber nur noch in einem Teil der Kennzeichentafel zu sehen. Und dann könnte von dem vorfahrenden Auto alles zu erfahren sein über einen Burger oder ein Reiseziel oder Beruhigungstabletten.

Curren Price, demokratischer Senator aus Los Angeles: "Der Staat ist immer wieder mit unvorhergesehenen Ausgaben konfrontiert und überdenkt aktiv alle Möglichkeiten, wie neue Einnahmequellen erschlossen werden könnten." Und weiter: "Die digitalen Kennzeichen sind eine einzigartige Möglichkeit für eine 'Public-Private-Partnership'".

Bei Notfällen könnten den Überlegungen zufolge auf den digitalen Autokennzeichen auch Warnungen oder Hinweise für die Fahrer eingeblendet werden.

Ende Mai hat der der Gesetzesentwurf den kalifornischen Senat passiert, eine endgültige Entscheidung über die Einführung soll noch im Sommer fallen.

© DAPD/gf
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