30 Jahre Bluesmobil Dodge in göttlicher Mission

Vor 30 Jahren brachten die Blues Brothers die Kinoleinwand zum Beben. Die chaotische Musik-Komödie mit ultrahohem Crash-Quotienten machte auch den unscheinbaren Dodge Monaco berühmt.

Von Sebastian Viehmann

Jake kann es nicht fassen: Da holt ihn sein Bruder Elwood nach drei Jahren endlich aus dem Knast ab, und mit was für einem Auto fährt er vor? Mit einem ehemaligen Streifenwagen! Den Cadillac ihrer gemeinsamen Band, das Bluesmobil, hat Elwood gegen ein Mikrofon eingetauscht. "Das ist einzusehen", muss Jake zugeben. Aber was soll diese schäbige Karre mit der verblichenen schwarz-weißen Lackierung, bei der man noch den Polizeistern und den Schriftzug "To serve and to protect" erahnen kann?

Dodge in göttlicher Mission

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"Du magst den Wagen also nicht", sagt Elwood und belehrt seinen Bruder eines Besseren: Er tritt das Gaspedal bis zum Bodenblech durch, mit quietschenden Reifen stürmt der 74er Dodge Monaco voran und fliegt über eine halb geöffnete Klappbrücke. "Der Wagen hat einen Bullen-Motor, auf 350 PS aufgeblasen. Hat Bullen-Reifen, Bullen-Getriebe, Bullen-Stoßdämpfer. Was sagst du jetzt, ist das das neue Bluesmobil?" fragt Elwood seinen beeindruckten Bruder. Trotzdem hat Jake noch etwas zu meckern: "Der Zigarettenanzünder ist kaputt."

1980 rollten die Blues Brothers in die Kinos, und bis heute hat die Komödie mit ihren unglaublichen Autoverfolgungsjagden nichts von ihrer Faszination eingebüßt. Jake und Elwood sind im Auftrag des Herrn unterwegs, denn sie sollen 5000 Dollar für das katholische Waisenhaus auftreiben, in dem sie einst aufgezogen wurden. Für diese göttliche Mission müssen sie ihre alte Band wieder zusammentrommeln, deren Mitglieder aber mittlerweile alle "korrekte Jobs" haben. Als die Band endlich wieder versammelt ist, fangen die Probleme erst an: Seit Jake und Elwood bei einer Verfolgungsjagd mit ihrem Dodge ein komplettes Einkaufszentrum in Schutt und Asche gelegt haben, ist ihnen die gesamte Polizei des Staates Illinois auf den Fersen.

Regisseur John Landis versammelte für seinen Film neben John Belushi (Jake) und Dan Aykroyd (Elwood) diverse Musik-Legenden, die in Nebenrollen auftreten: Cab Calloway, der schon in den dreißiger Jahren den New Yorker Cotton Club zum Kochen brachte, spielt Curtis, die gute Seele des Waisenhauses. James Brown tritt als Prediger in einer Kirche auf, Ray Charles rüstet die Blues Brothers in seinem Musikgeschäft mit Instrumenten aus und Aretha Franklin ist die Frau des Band-Mitglieds Matt "Guitar" Murphy.

Am Ende erfüllen die Blues Brothers natürlich ihre Mission und treiben das Geld auf, aber erst nach vielen Musikeinlagen und einer aberwitzigen Verfolgungsjagd durch Chicago, bei der unzählige Streifenwagen zu Bruch gehen. Auch das Bluesmobil ist den Strapazen nicht mehr gewachsen: Kaum am Ziel angekommen, zerfällt der Dodge zu Elwoods großem Bedauern in seine Bestandteile. Schließlich ist das Waisenhaus gerettet, die Blues Brothers aber landen wieder im Knast - wo sie gleich den "Jailhouse Rock" zum Besten geben.

Verfolgungsjagd gefällig?

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