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Internet im Auto:Im Mobilfunkhimmel ist die Hölle los

Schon heute ist im Mobilfunkhimmel die Hölle los. In London brach vor einigen Wochen ein Funknetz komplett zusammen. Schuld war der rasant steigende Datenhunger von Smartphones mit Internetzugang. Auch der Datenverkehr in den deutschen Mobilfunknetzen explodiert geradezu, sagt August-Wilhelm Scheer, Präsident des Branchenverbandes Bitkom. 2009 habe sich die übertragene Datenmenge fast vervierfacht, in den nächsten Jahren soll sich das Wachstumstempo weiter beschleunigen.

Seit das Apple iPhone mit seinen leicht bedienbaren Apps 2007 auf den Markt kam, hat der Jahresumsatz mit der Mini-Software bereits 6,8 Milliarden Dollar erreicht, 2013 sollen es fast 30 Milliarden sein. "Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um uns in die Internet-Community zu integrieren", sagt Ralf Lenninger, Leiter der Strategie- und Entwicklungsabteilung Interior bei Continental.

Bereits vor zehn Jahren sollte das Auto zum rollenden Webportal werden. Doch die Dienste waren nicht attraktiv genug, also wurden die meisten Onlineprojekte der Autohersteller wieder eingestampft. Apple und Google haben danach vorgemacht, wie das mobile Internet Begehrlichkeiten wecken kann. Jetzt ist die Frage, wie 900 Millionen Autonutzer weltweit möglichst sicher und kostengünstig vernetzt werden können. "Es fehlte an der Benutzerfreundlichkeit und es fehlte ein tragfähiges Gesamtkonzept, um maßgeschneiderte Inhalte für Autofahrer über eine zentrale Plattform bereitstellen zu können", erinnert sich Lenninger. Das Continental AutoLinQ soll diese Lücke schließen, indem es E-Mails oder Kurznachrichten auf Wunsch vorliest.

Noch fehlt eine Lösung, die den Fahrer davon abhält, die Antwort am Lenkrad in sein Smartphone zu hacken. Musiktitel, die gerade im Radio laufen, können per Shazan-App identifiziert und mit einem Klick auf die Festplatte des Multimediasystems heruntergeladen werden. Außerdem steuert der Kooperationspartner Deutsche Telekom ein Online-Telefonbuch bei, aus dem heraus einzelne Teilnehmer direkt angerufen oder deren Anschrift als Navigationsziel übernommen werden können.

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