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Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung:Endlich Flugzeuge über dem BER

Auf der ILA jagen wieder Düsenjets unter infernalischem Lärm über den Pannenflughafen von Berlin. Neben Luftfahrtneuheiten gibt es auch echte Astronauten zu sehen.

Von Felix Reek

10 Bilder

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Quelle: AP

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Das peinliche Mahnmal Berlins ist nur ein paar Meter entfernt. Im Osten grenzt der immer noch nicht fertiggestellte Flughafen BER an das Gelände der ILA, der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung. Doch im Gegensatz zu der Pannenbaustelle heben zwischen dem 25. und 29. April auf dem 250 000 Quadratmeter großen Messegelände wirklich Flugzeuge ab. Unter anderem die Kunstflugstaffel Patrulla Aguila der spanischen Luftstreitkräfte, die bereits seit einigen Tagen dort trainiert.

ILA 2018

Quelle: dpa

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Oder auch die Bundeswehr, die in den nächsten Tagen Flugvorführungen auf der ILA aufführt. Der Großteil der etwa 150 000 erwarteten Besucher kommt wegen diesen ohrenbetäubenden Demonstrationen.

Was 1000 Aussteller aus 37 Nationen aus den Bereichen Militär, ziviler Luftfahrt und Forschung zeigen, ist aber nicht weniger interessant.

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Quelle: Airbus

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Airbus A 340 BLADE

Einer der Höhepunkte der ILA ist das Testflugzeug A 340 BLADE (Breakthrough Laminar Aircraft Demonstrator) von Airbus. Äußerlich eine ganz normale Linienmaschine, besitzt sie speziell geformte Flügel, die mit Laminarprofilen überzogen sind. Diese ganz besonders glatte Oberfläche soll die Luft gleichmäßig über die Tragflächen strömen lassen und den Reibungswiderstand senken. So will Airbus etwa fünf Prozent Treibstoff sparen.

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Quelle: Airbus

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Airbus A380

Für Europäer eher selten zu sehen, ist das Prestige-Objekt von Airbus, der zweistöckige Passagierjet A380. Mit einem Preis von 365 Millionen Euro pro Exemplar und hohen Betriebskosten ist der Luxusflieger für den deutschen Markt kaum rentabel. Einzig die Lufthansa fliegt mit 14 Maschinen Ziele in den USA und Asien an.

So ist es nicht weiter verwunderlich, dass das Modell zu Beginn dieses Jahres vor dem Aus stand. Der Hauptkunde, die Luftfahrtgesellschaft Emirates, ließ einen Deal über 36 Maschinen platzen. Zu diesem Zeitpunkt hatte Airbus zwei Jahre lang keinen A380 mehr verkauft. Mitte April dann die Entwarnung: Emirates bestellte doch noch 20 Exemplare des Superjumbos und rettete ihn damit vor dem Aus.

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Quelle: Marek Kruszewski; DRL / CC-by-3.0

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Airbus 320 ATRA des DLR

Nur zu Forschungszwecken dient das "ATRA" (Advanced Technology Research Aircraft) genannte Flugzeug des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Hier testen Wissenschaftler neue Technologien für die zukünftige Luftfahrt. So ist ATRA zum Beispiel mit einem Brennstoffzellensystem ausgestattet, das für eine Stunde die Notstromversorgung übernehmen kann.

Das Flugzeug ist eine Versuchsplattform, die den Anforderungen der jeweiligen Experimente angepasst wird. So sollen unter anderem Luftverwirbelungen an den Tragflächen gemessen, die Innenraumakustik untersucht oder neue Navigations- und Kommunikationstechnologien erprobt werden.

CH-53K Overview with the CMC

Quelle: HQMC Combat Camera

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Sikorsky A CH-53K King Stallion

Als Weltpremiere ist auf der ILA der Sikorsky A CH-53K King Stallion zu sehen. Der 15 Tonnen schwere Transporthubschrauber wurde für die US-Streitkräfte entwickelt und kostet 100 Millionen Euro - pro Stück. Das Konzept des CH-53 ist allerdings viel älter.

Bereits 1966 wurde die erste Version des Hubschraubers ausgeliefert. Im Laufe der Jahrzehnte verbesserte Sikorsky das Konzept immer wieder. Die aktuelle Generation ist leichter, robuster und kann bis zu 40 Tonnen Ladung transportieren.

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Quelle: AFP

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Lockheed Martin F-35 Lightning II

Zum ersten Mal in Deutschland zu sehen ist der Tarnkappenbomber Lockheed Martin F-35 Lightning II, der seit 2015 im Einsatz der US-Streitkräfte ist. Zumindest eines der zwei Exemplare in Berlin soll auch am Flugprogramm der ILA teilnehmen. Sonst sind die beiden Kampfflieger auf der Luke Air Force Base in der Nähe von Phoenix stationiert, wo die meisten F-35-Piloten geschult werden, die nicht zu den US-Streitkräften gehören.

Eine Besonderheit der F-35 ist, dass eine der drei hergestellten Varianten senkrecht starten und landen kann. Mit einem Volumen von 326 Milliarden Euro allein für die USA, gilt der Bau der F-35 als eines der teuersten Rüstungsprogramme der Welt.

ILA 2018 - Presseprogramm

Quelle: dpa

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Merlin

Auf der ILA gibt es aber nicht nur Hubschrauber und Flugzeuge zu sehen. Merlin (Methane Remote Sensing Lidar Mission) ist ein Satellit, der die Methan-Konzentration in der Erdatmosphäre misst. So sollen Klimaveränderungen untersucht werden. Das deutsch-französische Projekt wurde 2010 von Angela Merkel und Nicolas Sarkozy abgesegnet und startet 2020.

Was es auf der ILA zu sehen gibt

Quelle: obs

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Zephyr

Die Lücke zwischen Flugzeugen und Satelliten könnte schon bald die Leichtgewicht-Drohne Zephyr schließen. Sie ist bei einer Spannweite von 25 Metern gerade einmal 62 Kilogramm schwer und kann Flughöhen von bis zu 20 000 Metern erreichen. Angetrieben wird die Zephyr-Baureihe von Elektromotoren, per Solarzellen auf den Tragflächen laden sich die Akkus wieder auf. So kann die Drohne wesentlich länger in der Luft bleiben als jedes andere Flugzeug. Bis dahin lag der Rekord ohne Landung bei 80 Stunden - Zephyr schaffte 336 Stunden ohne Zwischenstopp.

Dadurch ist das unbemannte Flugzeug vielseitig einsetzbar. Es kann zur Überwachung und Aufklärung für das Militär dienen, Agrarflächen analysieren, Verkehrsdaten liefern oder als Sende- und Empfangsstation fungieren. Die britische Armee hat bereits einige Testgeräte erhalten, ab 2020 soll Zephyr auch auf dem zivilen Markt angeboten werden.

Innovationsmesse der Luft- und Raumfahrt - ILA 2018

Quelle: dpa

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Ariane 6

Unter dem Motto "Space for Earth" zeigt die ILA die größte Raumfahrtausstellung Europas. Neben einem 18 Meter hohen Modell der Ariane-6-Trägerrakete gibt es zwei orginale Triebwerke und eine Oberstufe der Ariane 5 zu sehen.

Beim "Astronauts' Day" berichten echte Raumfahrer, wie das Leben im All wirklich ist. Darunter unter anderem die beiden deutschen Astronauten Matthias Maurer und Reinhold Ewald. Der "Star" unter den Raumfahrern dürfte auf der ILA in Berlin Alexander Gerst sein. Er kehrt Anfang Juni auf die Raumstation ISS zurück und übernimmt dort das Kommando. Unter dem Motto "Horizons" wird er eine Vielzahl von Experimenten beaufsichtigen, die unter anderem biologische, medizinische und physikalische Fragestellungen lösen sollen.

© SZ.de/harl/sks

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