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ILA:Wie die Zeit verfliegt

Nicht einmal zwei Jahrzehnte nach der Pionierleistung von Otto Lilienthal öffnete die erste Internationale Luftfahrtausstellung ihre Tore. Zunächst in Frankfurt, später in Berlin. Inzwischen blickt die Leistungsschau der Fliegerei auf ein Jahrhundert Messegeschichte zurück.

Mit Otto Lilienthals Gleitflug vom Windmühlenberg bei Potsdam beginnt das Zeitalter der Fliegerei. Knapp zwei Jahrzehnte später beschließen die Pioniere unter den Flugzeugkonstrukteuren, ihre Geräte auch einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen: 1909 findet in Frankfurt am Main die erste Internationale Luftfahrtausstellung - kurz ILA - statt.

ILA 1909-1968

Hoch hinaus

Es ist die erste eigenständige Luftfahrtmesse der Welt. Ganze 100 Tage kann das Publikum auf dem Messegelände unterschiedliches Fluggerät bestaunen, Zeppeline dominieren die Schau. Gezeigt werden Luftschiffe der Konstrukteure Zeppelin, Parseval, Clouth und Ruthenberg. Ballons und Flugzeuge aber sind die eigentlichen Messestars. Das Flugzeug der amerikanischen Pioniere Wilbur und Orville Wright erregt besonderes Aufsehen. Als "deutsche Hoffnung" wird der Doppeldecker des Flugzeugkonstrukteurs August Euler gefeiert.

1912 beginnt das Luftpost-Zeitalter

1912 präsentiert sich die Luftfahrtschau erstmals in Berlin. Alle bekannten Flugzeugwerke der damaligen Zeit stellen ihre Produkte auf dem Messegelände am Kaiserdamm aus. Ein Highlight der Schau ist August Eulers Doppeldecker mit der Typennummer 33, der sogenannte "Gelbe Hund", mit dem im Ausstellungsjahr mit einem Flug ab Frankfurt das Luftpost-Zeitalter beginnt. Großes Aufsehen erregt auch die "Tauben-Limousine", das Modell eines Verkehrsflugzeuges für drei Passagiere mit voll verkleideter Kabine. Vater dieser Erfindung ist der Automobilkonstrukteur Edmund Rumpler, der sich damals für Jahre ganz dem Flugzeugbau verschreibt. Der Erste Weltkrieg bringt eine Zwangspause für die Messe, erst zehn Jahre nach Kriegsende gibt es in Deutschland wieder eine Internationale Luftfahrtausstellung - wieder in Berlin. Zu dieser Zeit feiert die Öffentlichkeit noch begeistert die erste Ost-West-Überquerung des Atlantischen Ozeans mit einer Junkers W 33 Bremen mit der Besatzung Köhl, von Hünefeld und Fitzmaurice.

Dieses Ereignis machte auch die amerikanische Öffentlichkeit auf die Leistungen der deutschen Luftfahrttechnik aufmerksam und entsprechend ist war der Andrang zur ILA 1928. Aussteller aus 19 Ländern zeigen rund 150 Flugzeuge, Triebwerke und nahezu alles, was mit der Fliegerei zu tun hat. Die deutschen Flugzeugbauer bringen ihre neuesten Entwicklungen mit nach Berlin, vom leichten Sport- und Schulflugzeug BFW M 21 bis zum viermotorigen Dornier Superwal. Für die Vorzüge des Luftverkehrs warb die "Deutsche Luft Hansa", mit mehr als 150 Maschinen ist das Unternehmen zu dieser Zeit die größte Fluggesellschaft der Welt.

ILA Berlin 2010

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