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IAA 2009: Der neue Trabant:Rückkehr des Kultautos

Die Rennpappe von einst soll nun als Elektroauto wiederauferstehen. In Frankfurt wurde endlich ein Modell des neuen Trabi gezeigt.

Kristina Läsker

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IAA 2009 Der neue Trabant; dpa

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Die Rennpappe von einst soll nun als Elektroauto wiederauferstehen. In Frankfurt wurde ein Modell des neuen Trabi gezeigt.

Es ist leer in der Messehalle 8, kaum ein Besucher interessiert sich am Dienstagmorgen für den neuen knallroten Astra auf dem Opel-Stand. Niemanden drängt es zu den gelben Tischen beim ADAC. Nur an einem winzigen beigen Verschlag quetschen sich die Besucher. Sie starren auf einen verdeckten Wagen, der auf der Fläche eines Wohnzimmers Platz findet und der Enthüllung harrt. "Dieses Automobil hat ...

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... Kultstatus erreicht", verspricht Klaus Schindler. Dann packt der Geschäftsführer der fränkischen Modellbau-Firma Herpa die Silberplane und zieht.

Hellblau blitzt es unter der Folie, ein runder Scheinwerfer lugt hervor, eine leicht geneigte Kühlerhaube zeigt sich. Schindler zerrt die Plane weiter runter.

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Ein kurzer Blick: Hier steht kein BMW-Mini - auch wenn der Wagen daran erinnert - hier steht ein neuer Trabi. Ein bisschen breiter, ein bisschen länger, ein bisschen runder, doch ohne Zweifel: Hier ist der sozialistische Einheitswagen wieder auferstanden.

Doch etwas ist anders: Dieser Trabi wird nicht stinken oder lärmen. Es ist kein Zweitakter, der die Menschen von der Straße scheucht. Wenn alles wie geplant klappt, soll er einmal geräuschlos durch die Städte gleiten. Dazu will ...

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... Herpa gemeinsam mit dem Fahrzeuge-Hersteller Indikar die "Rennpappe" von einst wieder salonfähig machen. Als Elektro-Trabi, angetrieben von Strom, ausgestattet mit einem Ionen-Akku.

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"Der neue Trabant NT wird ein umweltfreundliches Stadtauto", verspricht Indikar-Chef Ronald Gerschewski, "ein typischer Zweitwagen."

Wer früher in der DDR ein Auto fahren wollte, musste oft mehr als zehn Jahre warten - und erhielt dann einen Trabi.

Im Bild: ein Modell des neuen Trabant Foto: Reuters

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Wer dessen Nachfolger nun fahren will, muss sich nur noch drei Jahre gedulden. Schon im Jahr 2012 wollen Herpa und Indikar mindestens 5000 neue Trabis ausliefern - wenn sich denn ein Investor findet.

Mindestens 30 Millionen Euro wird es brauchen, um das DDR-Kultauto als Ökoversion auf den Markt zu bringen, meint Gerschewski: "Wir sind schon in ersten Gesprächen."

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Doch selbst mit einem Geldgeber dürfte der überholte Plastebomber all die Probleme der neuen Elektro-Autos mitbringen. Noch sind deren Batterien viel zu teuer für die Massenproduktion: Sie kosten 10.000 Euro und mehr.

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Das macht auch den Öko-Trabi zu einem exklusiven Liebhaber-Stück. So genau wissen die Hersteller den Preis aber noch nicht, mehr als 20.000 Euro dürften es nicht werden, da sind sie sich einig am Stand.

Auch schafft es das neue Auto nicht weit: Nur 160 Kilometer kann es fahren, dann braucht es eine Steckdose.

Im Bild: die Motorhaube des Konzeptautos 'Trabant nT' mit dem neuen Logo Foto: ddp

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Viel Unterstützung bekommt das Projekt von den Autofans auf der IAA. Als Herpa vor zwei Jahren auf der letzten IAA einen Trabi als Minimodell zeigte, waren die Menschen begeistert. Knapp 90 Prozent von 12.000 befragten Besuchern votierten für die Renaissance der Ostmarke.

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Einer hat sich bereits einen alten Traum verwirklich: der Designer Nils Poschwatta. Der 32-Jährige verließ für den neuen Trabant sogar seinen Arbeitgeber Volkswagen und hat nun das Auto seiner Kindertage in Schwerin nachgebaut. "Ich habe im Trabi fahren gelernt."

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