Brennstoffzellenauto im Fahrbericht Dem Prinzip der Entschleunigung verschrieben

Über Paddel hinter dem Multifunktionslenkrad lässt sich die Energierückgewinnung in drei Stufen verstellen. In den beiden großen Displays kann man dem Kraftfluss bei der Arbeit zusehen, die Wirkung des Eco-Programms an der Restreichweite-Anzeige ablesen oder streamen, surfen und touchen. Ein klarer Zugewinn sind die Totwinkelkameras, die ihre Bilder während des Spurwechsels in den Hauptmonitor einspiegeln.

Elektromobilität und alternative Antriebe Hamburg setzt voll auf den Wasserstoffantrieb
Alternative Antriebe

Hamburg setzt voll auf den Wasserstoffantrieb

Batterieautos gehört die Zukunft? In Hamburg sehen sie das anders - und investieren kräftig in die Infrastruktur für einen anderen alternativen Antrieb.  Von Steve Przybilla

Der Nexo hat sich ganz dem Prinzip der Entschleunigung verschrieben. Mit 120 kW und 395 Nm ist der E-Motor weder besonders leistungsstark noch überdurchschnittlich durchzugskräftig. Nur wenn es wirklich sein muss, summt und brummt der Wagen in 9,7 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h und erreicht - gefühlt erst Minuten später - seine Höchstgeschwindigkeit von 179 km/h. Schaltrucke sind dem Wagen ebenso fremd wie mangelnde Laufruhe. Weil es circa eine Sekunde dauern würde, bis die im Standby-Modus träge Zelle nach einem Kickdownbefehl voll auf Zack ist, kompensiert ein E-Booster geräuschlos jede Beschleunigungsdelle.

Auf Knopfdruck teilautomatisiert unterwegs

Die Lenkung arbeitet direkt, vermittelt aber nur ein Mindestmaß an Fahrbahnkontakt und verhärtet überdies beim schnellen Spurwechsel, der ein leichtes Aufschaukeln der Karosserie zur Folge haben kann. Die Bremse verzögert zuverlässig, auf die meisten Querfugen reagiert der Hyundai kurz angebunden.

Erste Prototypen fahren bereits vollautonom gemäß Level 4, sollen aber erst 2021 in Serie gehen. Schon der aktuelle Nexo ist auf Knopfdruck teilautomatisiert unterwegs, doch das überzeugt nur bedingt. Denn zum einen muss die Hand spätestens nach zehn Sekunden zurück ans Lenkrad oder das System schaltet sich ab, und zum anderen erfolgen Lenkeingriffe so spät und ruckartig, dass nachfolgende Autofahrer den vermeintlichen Sekundenschläfer per Lichthupe wachrütteln wollen. Überzeugt hat dagegen der auf engstem Raum einsatzfähige Parkautomat.

Für Kim sind diese Assistenzsysteme freilich nur Beiwerk eines Antriebskonzepts, das im Windschatten der Elektromobilität seinen Weg machen werde. Wasserstoff lasse sich wunderbar speichern und mache im Prinzip aus einem Brennstoffzellen-Auto bei Bedarf in ein kleines Teilzeit-Kraftwerk, schwärmt er. "Der Einbauraum der Zelle entspricht nahezu exakt dem Verbrenner."

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