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Historische Zugunglücke:Von Markdorf 1939 bis Bad Aibling 2016

Viele Zugunfälle in Deutschland ereignen sich auf eingleisigen Streckenabschnitten. Meist ist menschliches Versagen verantwortlich für zahlreiche Todesopfer.

Von Benjamin Köbler-Linsner

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Zusammenstoß bei Offenbach 2012

Drei Tote bei Zugunglück

Quelle: picture alliance / dpa

Das Zugunglück bei Bad Aibling führt auf tragische Weise vor Augen, dass der Zugverkehr nicht frei von Unfällen ist. Allein in den Kriegsjahren 1939 bis 1945 ereigneten sich zahlreiche Unfälle auf den schlecht gewarteten Schienen. Einige dieser Unglücke, wie der Unfall von Barwałd Średni im Jahr 1944, fanden auf dem Gebiet des vom Deutschen Reich besetzten Polen statt. Aus heutiger Perspektive können sie daher nicht mehr als deutsche Zugunfälle betrachtet werden.

2012 kam es in Offenbach zu einem Zusammenstoß zwischen einer Regionalbahn und einem Kranbagger. Die tragische Bilanz: drei Todesopfer und 13 Verletzte.

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Zusammenstoß bei Oschersleben 2011

Zugunglück Hordorf - THW zerlegt Zug

Quelle: dpa

Ein weiterer Zusammenstoß ereignete sich 2011 bei Oschersleben. Auf einem eingleisigen Abschnitt kollidierte ein Nahverkehrszug mit einem entgegenkommenden Güterzug. Offenbar kam es zu dem Unfall, da der Lokführer des Güterzuges ein Haltesignal überfahren hatte. Zehn Menschen starben, 23 Personen wurden verletzt.

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Auffahrunfall bei Lathen 2006

Transrapid-Unglück

Quelle: dpa

2006 forderte ein Auffahrunfall im Emsland 23 Todesopfer, zehn Personen wurden schwer verletzt. Auf der Transrapid-Versuchsstrecke in Lathen stießen eine Magnetschwebebahn und ein Werkstattwagen zusammen. Der Fahrdienstleiter erteilte dem Transrapid die Fahrerlaubnis, obwohl sich der Werkstattwagen noch auf der Strecke befand. Auch eine Notbremsung konnte das Unglück nicht verhindern.

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Zusammenstoß in Schrozberg 2003

Zugunglück Bergung der Lok

Quelle: picture-alliance / dpa/dpaweb

2003 kam es in Schrozberg (Baden-Württemberg) zu einem Zusammenstoß zweier Regionalzüge. Schuld an diesem Unfall war ein Fehler des Fahrdienstleiters. Dieser hatte kurz vor dem Zusammenstoß den aus Niederstetten kommenden und in Richtung Crailsheim durchgefahrenen Güterzug IRC 52 245 mit dem Reginalexpress 19 534 verwechselt. Fälschlicherweise meldete der Fahrdienstleiter, der Personenzug hätte den Streckenabschnitt bereits passiert. Anschließend gestattete der Schrozberger Fahrdienstleiter dem Regionalexpress 19 533 die Ausfahrt in Richtung Niederstetten, obwohl der verspätete Gegenzug noch gar nicht eingetroffen war.

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Entgleister Nachtexpress bei Brühl 2000

Zugunglück in Brühl, 2000

Quelle: DPA-SZ

Anfang Februar 2000 entgleiste der Schweiz-Express D 203 beim Überfahren einer Weiche. Statt mit den vorgeschriebenen 40 km/h steuerte der Lokführer den Nachtexpress mit einer Geschwindigkeit von 122 km/h über die Weiche. Die vorderen Waggons fuhren über eine Böschung, während die Lok ein Einfamilienhaus rammte. Das Unglück von Brühl forderte neun Todesopfer und 149 Verletzte.

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ICE-Unglück von Eschede 1998

Eschede

Quelle: Ingo Wagner/dpa

Der Unfall eines ICE in Eschede zählt zu den bekanntesten Zugunglücken der jüngeren Eisenbahngeschichte. Bei etwa 200 km/h brach ein Radreifen des ICE 884, wodurch der Zug entgleiste und der hintere Zugteil gegen eine Straßenbrücke prallte. Die Opferzahlen sind schockierend: 101 Menschen fanden in dem Schnellzug den Tod, 88 Personen wurden teils schwer verletzt.

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Zusammenstoß in Rüsselsheim 1990

Rüsselsheim

Quelle: Jivee Blau / cc-by-sa-3.0

Wie bei vielen Zugunfällen war auch beim Zusammenstoß zweier S-Bahnen in Rüsselsheim (im Bild die Unglücksstelle) menschliches Versagen die Ursache. Der Fahrzeugführer einer der S-Bahnen überfuhr ein Halt-Signal, was zu dem Zusammenprall führte. Die automatisch eingeleitete Zwangsbremsung konnte den Unfall nicht verhindern. Das Unglück forderte 17 Todesopfer und 145 Schwerverletzte.

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Entgleister Nachtzug in Heilbronn 1984

Unfallstelle des Eisenbahnunfalls bei Heilbronn-Klingenberg am 12. August 1984

Quelle: Christoph Garstka / www.ic-lok.de / CC-by-sa-2.0

In den 1980er-Jahren forderte ein Zugunfall bei Heilbronn drei Todesopfer. Der Nachtschnellzug D890 war auf dem Weg von Stuttgart nach Hamburg Altona, als er beim Gleiswechsel in Heilbronn entgleiste. Der Grund: überhöhte Geschwindigkeit.

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Zusammenstoß bei Warngau 1975

UNGLÜCKE/GEDENKEN/

Quelle: picture-alliance / dpa

Auf der eingleisigen Bahnstrecke zwischen Warngau und Schaftlach stießen 1975 zwei Eilzüge zusammen. Grund war eine fehlerhafte Absprache der zuständigen Fahrdienstleiter. Die Ermittlungen ergaben, dass bei der Koordination der beiden Züge nicht der vorgeschriebene Wortlaut verwendet wurde, wodurch es zu Missverständnissen kam. 41 Menschen verloren ihr Leben, 122 Personen wurden verletzt.

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Zusammenstoß in Oberelkofen 1945

Zugunglück zwischen Aßling und Oberelkofen am 16. Juli 1945.

Quelle: privat

Ein mit US-Panzern beladener Güterzug prallte am 16. Juli 1945 zwischen Aßling und Grafing ungebremst auf einen stehenden Zug, in dem sich ehemalige deutsche Soldaten befanden. Sie sollten von einem US-Lager in Bad Aibling nach Hannover transportiert und dort entlassen werden. Sie hatten den Zweiten Weltkrieg überlebt - nun starben mindestens 100 von ihnen bei einem der schwersten Zugunglücke der deutschen Geschichte.

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Zusammenstoß bei Markdorf 1939

Dampflokomotive beim Jubiläum "100 Jahre Lokalbahn Dachau - Altomünster", 2013

Quelle: joergensen.com

Das Unglück von Markdorf ist einer der ältesten und tragischsten Eisenbahnunfälle Deutschlands. Kurz vor Weihnachten 1939 prallten ein mit 500 Menschen besetzter Dampfzug und ein mit Kohlen beladener Güterzug aufeinander. Der Unfall forderte mindestens 101 Todesopfer, manche Quellen beziffern die Anzahl der Toten sogar auf 106. Verursacht wurde das Unglück durch den Fahrdienstleiter, der dem Güterzug fälschlicherweise ein Signal zur Fahrt in Richtung Friedrichshafen gegeben hatte.

Das Symbolbild zeigt eine Dampflokomotive. Dokumentarische Bilder des Unglücks stehen uns leider nicht zur Verfügung.

© SZ.de/harl

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