Der Volkswagen gönnte sich eine lange Ouvertüre. Seine Geschichte begann kurz nach der Machtergreifung der Nazis 1933. Adolf Hitler beauftragte Ferdinand Porsche, ein modernes und bezahlbares Auto für das deutsche Volk zu entwickeln. Schnell entstanden erste Prototypen, doch in Serie kam der nach der nationalsozialistischen Freizeitorganisation Kraft durch Freude benannten KdF-Wagen vor dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. Die wenigen Autos, die bis Kriegsende entstanden, gingen an einige wenige Privilegierte und nicht an die breite Bevölkerung. Statt Autos wurden in der ab 1938 errichteten Fabrik in der Stadt des KdF-Wagens nahe Fallersleben schließlich Rüstungsgüter hergestellt.

Später zeigte sich: Porsche war nicht der einzige geistige Vater des Käfers. Béla Barényi erdachte bereits 1925 ein kompakt-buckliges Auto mit im Heck installiertem, luftgekühltem Boxermotor. Und Hans Ledwinka baute für die tschechischen Tatra-Werke einen ganz ähnlich konstruierten Prototypen. Die Urheberschaften Barényis und Ledwinkas wurden erst viele Jahre später anerkannt, was mit hohen Entschädigungszahlungen für VW einherging.

Bild: Süddeutsche Zeitung Photo 19. Januar 2018, 05:112018-01-19 05:11:19 © SZ.de/harl/mkoh/stein