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Gigaliner auf Deutschlands Straßen:400 "Lang-Lkw" gehen an der Start

Weil überholende Autofahrer nicht wissen können, ob sie einen herkömmlichen, 16,5 Meter langen Laster überholen oder einen wesentlich längeren, müssen die Lastwagen mit dem Schild "Lang-Lkw" gekennzeichnet werden. In der Vergangenheit waren Befürchtungen laut geworden, das Überholen könne durch die Überlänge riskanter werden. Das Gesamtgewicht der Lastwagen darf nicht höher sein als bei den herkömmlichen Modellen, sprich: 44 Tonnen.

Zudem dürfen im Rahmen der "Ausnahmeverordnung" auch 17,8 Meter lange Sattelzüge durchs Land rollen - und zwar auf allen Straßen. "Diese Fahrzeuge können in den teilnehmenden Ländern flächendeckend eingesetzt werden", heißt es in der Verordnung. Bauliche Hindernisse, etwa zu enge Kreisverkehre, gebe es dafür nicht. An dem Versuch, der auf fünf Jahre befristet ist, sollen 400 Fahrzeuge teilnehmen.

Die Opposition übte Kritik an dem Gesetz. "Das Straßennetz wird noch mehr belastet und stärker verschlissen", warnte die Grünen-Politikerin Valerie Wilms. "Der Steuerzahler wird die Schäden zu zahlen haben." SPD-Fraktionsvize Florian Pronold kündigte an, seine Fraktion werde eine Klage prüfen. "Gigaliner gehören nicht auf unsere Straßen."

Juristen hatten angezweifelt, ob der Bund die Verordnung ohne Zustimmung des Bundesrats erlassen darf. Die Bundesregierung sieht das anders. Verkehrsminister Peter Ramsauer sagte: "Jedes Land ist eingeladen mitzumachen."

Wenn Sie wissen wollen, ob demnächst einer der Gigaliner in Ihrer Gegend fahren darf - eine genaue Übersicht über die festgelegten Straßen finden Sie unter: http://www.sueddeutsche.de/gigaliner

© SZ vom 10.11.2011/jak/gf

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