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Geschönte Zahlen:Mitsubishi hat Verbrauchstests geschönt

  • Mitarbeiter von Mitsubishi haben Verbrauchswerte bei mehreren Modellen geschönt.
  • Der japanische Konzern hat dies zugegeben und das Fehlverhalten dem Verkehrsministerium gemeldet.
  • Betroffen sind etwa 625 000 Autos, darunter auch 468 000, die für Nissan gebaut wurden.

Beim japanischen Autobauer Mitsubishi bahnt sich ein Skandal um geschönte Verbrauchswerte an. Der Konzern fand eigenen Angaben zufolge Hinweise darauf, dass Mitarbeiter die Zahlen für die Kleinswagenmodelle eK Wagon und eK Space gefälscht haben. Es seien Prüfmethoden eingesetzt worden, die nicht den japanischen Vorschriften entsprächen. Betroffen seien insgesamt 625 000 Autos für den heimischen Markt. An der Börse brach die Aktie daraufhin um mehr als 15 Prozent ein, für die Anleger ein Verlust von etwa 1,2 Milliarden Dollar.

Mitsubishi-Präsident Tetsuro Aikawa sagte, das Fehlverhalten sei dem Verkehrsministerium gemeldet worden. Unklar blieb zunächst, welches Motiv die Mitarbeiter gehabt haben könnten. Die geschönten Werte betreffen nach Konzernangaben auch etwa 468 000 Autos des Modells Dayz Roox, das Mitsubishi für den heimischen Konkurrenten Nissan herstellt.

Der Verkauf der betroffenen Modelle wird gestoppt

Demnach waren Nissan Unstimmigkeiten bei den Verbrauchswerten aufgefallen. Mitsubishi überprüfte daraufhin intern selbst die Daten und stellte die Fälschungen fest. Der Verkauf der vier Modelle wurde gestoppt. Konkret sollen Reifendruckwerte manipuliert worden sein, um den Verbrauch günstiger erscheinen zu lassen. Die Japaner setzen eine unabhängige Expertenkommission ein, um die Vorgänge aufzuklären.

Mitsubishi, der Hersteller von Modellen wie Outlander, Lancer oder Pajero, hatte nach einem Skandal in den frühen 2000er Jahren um Defekte wie nicht funktionierende Bremsen damit zu kämpfen, das Vertrauen der Verbraucher zurückzugewinnen.

Am 20. September vergangenen Jahres hatte VW massive Abgas-Manipulationen bei weltweit etwa elf Millionen Dieselautos zugegeben. Danach hat sich der Skandal zur größten Krise des Unternehmens ausgeweitet. Vor allem in den USA drohen Volkswagen Strafzahlungen in Milliardenhöhe.

© SZ/AP/dpa/Reuters/mahu/harl
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