Geburtstag Seit 30 Jahren von Verkehrssündern gefürchtet

Am 1. Mai 1974 wurde das so genannte Mehrfachtäter-Punktsystem eingeführt. Heute haben mehr als sieben Millionen Autofahrer Punkte in Flensburg.

Verkehrssünder in Deutschland bekommen seit 30 Jahren Punkte für ernste Regelverstöße. "Das Punktesystem nimmt im Bewusstsein der Gesellschaft einen zentralen Platz ein", sagt die Sprecherin des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA), Angela Bartholmae.

Wer geblitzt wird, muss in der Regel zahlen.

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Die Flensburger Strafkartei sei der wesentliche Bestandteil des 1958 eingeführten Verkehrszentralregisters (VZR). Darin stehen zurzeit rund 7,1 Millionen Namen.

Am 1. Mai vor 30 Jahren wurde das so genannte Mehrfachtäter-Punktsystem eingeführt. "Das ist eine institutionelle und auch eine moralische Instanz", sagt Bartholmae. Diese werde "von den Verkehrsteilnehmern respektiert, gelegentlich auch gefürchtet". Jedenfalls habe sich das Punktesystem bewährt.

Die Sünderdatei wirke präventiv, unterstrich die Behördensprecherin. "Jeder trägt für sein Verkehrsverhalten die Verantwortung und kann nachvollziehen, wie viele Punkte er für bestimmte Verstöße erhält." Punkte gibt es für alle im VZR eingetragenen Ordnungswidrigkeiten ab 40 Euro (1 Punkt bis 4 Punkte) und für Straftaten (5 bis 7 Punkte).

Mehr als 7 Millionen haben Punkte

Nach KBA-Angaben stehen zurzeit 14,5 Prozent der von der Behörde geschätzten Gesamtzahl von 49 Millionen Führerscheinbesitzern mit Punkten im Register. Nur 121.000 davon haben hohe Punktestände von 14 Punkten und mehr, hieß es. Diese Minderheit "verstößt offensichtlich hartnäckig gegen Vorschriften". Die Mehrheit von 66,6 Prozent oder 4,7 Millionen Sündern sei nur mit einem Punkt bis zu sieben Punkten präsent.

Seit 1999 können Punkte über ein Bonussystem abgebaut werden. Wer freiwillig an Aufbauseminaren und verkehrspsychologischen Beratungen teilnimmt, kann sein Konto reduzieren. Wer aber trotz der Hilfestellung 18 Punkte erreicht, gibt die Fahrerlaubnis ab.