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Gebrauchter der Woche (2): Opel Vectra:Raumwagen statt Traumwagen

Der Opel Vectra überzeugt als Gebrauchter vor allem mit seinen praktischen Fähigkeiten.

Mit Einführung des Mittelklassemodells Insignia machte Opel einen deutlichen Schritt vorwärts. Mit der eleganteren Optik blieb jedoch auch ein wenig der Alltagsnutzen auf der Strecke, wie die Kopffreiheit auf den hinteren Sitzen und der Laderaum in der Kombi-Variante SportsTourer zeigen. 1850 Liter fasste der Vorgänger Vectra Caravan bei umgelegten Sitzen, das sind 320 mehr als im SportsTourer - fast ein Golf-Kofferraum Unterschied.

Klare Kante: Der Opel Vectra wirkt zwar etwas bieder, nimmt aber als Kombi und Limousine mit einfacher Bedienung, großzügigem Platzangebot und guten Fahreigenschaften für sich ein.

(Foto: Foto: oh)

Der Vectra ist deshalb eine gute Wahl, wenn es darum geht, ein familientaugliches, geräumiges Auto auf dem Gebrauchtwagenmarkt zu finden. Seit 2002 (der Kombi seit 2003) wurde die dritte Generation des Vectra in Deutschland verkauft, insgesamt wurden in dieser Zeit rund 220.000 Fahrzeuge zugelassen, davon knapp zwei Drittel als Caravan. Ein ausreichendes Angebot aus zweiter Hand steht also bereit.

Mit dem Vectra C hat Opel auch die Qualitätsprobleme hinter sich gelassen, die in den neunziger Jahren nachhaltig am Image gekratzt hatten. In der Hauptuntersuchung zeigt sich die C-Generation weitgehend unauffällig. Schlechter als der Durchschnitt ist der Vectra bei Lenkung und Fahrwerkskomponenten, der Dekra-Report weist überdurchschnittlich viele Mängel an der Vorderachse aus. Einen prüfenden Blick verdient auch der Auspuff, der zum Rostfraß neigt.

In der ADAC-Pannenstatistik schneiden die beiden jüngsten Jahrgänge gut ab, während Autos mit Erstzulassung 2006 auf befriedigend abrutschten. Für die Modelle vor dem Facelift 2005 ist die Pannenquote schlechter, hier registrierten die Pannenhelfer häufige Fehler im Motormanagement (Benziner bis Baujahr 2004, Diesel bis 2005) sowie Kupplungsschäden bei den Diesel. Auch die Lichtmaschine bis einschließlich Jahrgang 2005 machte häufiger Kummer.

Auf der Habenseite verbucht der Opel Vectra sein gutes Platzangebot auch für großgewachsene Passagiere, eine ausgewogene Fahrwerksabstimmung und sicheres Fahrverhalten. Zu den Pluspunkten zählen auch die sparsamen, mitunter etwas Opel-typisch brummigen Motoren, deren günstiger Verbrauch aber auch durch die lange Getriebeübersetzung erkauft ist. Der Innenraum ist gut verarbeitet, die Materialien sind strapazierfähig. Trotz zum Teil kurzer Wartungsintervalle fallen die Unterhaltskosten günstig aus. Die Sicherheitsausstattung ist sehr gut, ESP und Kopfairbags sind serienmäßig.