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Gebrauchter der Woche (1): Fiat Punto:Mit Vorsicht zu genießen

Der Fiat Punto steht für italienische Kleinwagentradition - flink, pfiffig, stylish. Aber: In den ersten Jahren ist der Wertverlust enorm.

Kleines Wechselspiel mit Namen: Aus dem Fiat Punto wurde erst der Grande Punto, und jetzt der Punto Evo. Der steht in zwei Wochen bei den Händlern. Allerdings hat Fiat nicht nur beim Namen Hand angelegt. Mit Einführung des Grande Punto vor vier Jahren wurde aus dem klassischen Kleinwagen Punto ein Fahrzeug, das mit seinen 4,03 Metern Länge Richtung Kompaktklasse schielt. Das Gros der Fahrzeuge auf dem Gebrauchtwagenmarkt entstammt jedoch der zweiten Punto-Generation, die von 1999 bis 2008 - auch noch nach Einführung des Grande Punto - gebaut wurde (siehe Steckbrief auf Seite 3). Und auch diese Modellgeneration ist durchaus familientauglich.

Als der Punto II 1999 auf den Markt kam, stellte er mit ABS sowie serienmäßigen Front- und Seitenairbags einen klaren Fortschritt gegenüber dem Vorgänger dar. Käufer sollten sich jedoch in erster Linie nach dem 2003 überarbeiteten Modell umschauen, denn dabei wurde nicht nur das Fahrwerk modifiziert, sondern auch an der Qualitätsschraube gedreht. Überdies ist der Wertverlust in den ersten zwei, drei Jahren so enorm, dass es sich nur bedingt lohnt, nach älteren Fahrzeugen zu suchen.

Motorsteuerung, Auspuff, Beleuchtung, Zündspulen, Kraftstoffpumpe, Getriebe - Störungen vor allem dieser Komponenten vereitelten stets vordere Plätze in Zuverlässigkeitsstatistiken. Auch bei den Hauptuntersuchungen schneidet der Punto eher schlecht ab. Mit zunehmendem Alter häufen sich die Beanstandungen der Sachverständigen; sie gelten vor allem Ölverlusten, der Elektrik, dem Auspuff und der Bremsanlage. Rost, einem gängigen Vorurteil zufolge Serienausstattung aller italienischen Autos, ist dagegen kein Thema.

Viele der auftretenden Mängel resultieren aus nachlässiger Wartung. Täuschen lassen sollten sich Interessenten auch nicht von niedrigen Kilometerleistungen, denn viele Punto werden im materialfressenden Kurzstreckenverkehr eingesetzt. Gepflegte Punto sollten daher unbedingt Vorrang haben.

Auch Automatik-Versionen sind im Angebot und Modelle, die mit Erdgas betrieben werden können. Sie sind erkennbar am Namenszusatz Natural Power. Diese Fahrzeuge sind Garant für sensationell niedrige Unterhaltskosten.

Auf der nächsten Seite finden Sie den Steckbrief des Fiat Punto.

Steckbrief: Fiat Punto

Modelle

Die erste Generation des Fiat Punto kam 1993 auf den Markt - mit zwei oder vier Türen und als Cabrio. 1999 folgte der Punto II. Nach einem Facelift im Jahr 2003 folgte 2005 der Grande Punto. Dessen Längenwachstum kam in erster Linie der Crashsicherheit zugute (fünf Sterne beim EuroNCAP). Als Classic wurde der Punto bis 2008 als 60-PS-Benziner und Erdgas-Version weitergebaut. Von allen Generationen waren Anfang 2009 in Deutschland noch knapp 390.000 Stück zugelassen.

Motoren

Empfehlenswert sind der Basisbenziner mit 60 PS oder der 85 PS starke Diesel. Seit dem Facelift 2003 beschränkt sich das Motorenangebot auf die Benziner 1.2 8V mit 60 PS und 1.216V mit 80 PS; dazu gibt es den stärkeren 1.4 16V mit 95 PS. Als Diesel stehen der 1.3 JTD Multijet mit 70 PS oder 1.9 JTD mit 85 PS zur Wahl. Die Erdgas-Version 1.2 8V Natural Power leistet 60PS im Benzin- und 52 PS im Gasmodus. Den Grande Punto gibt es als Benziner in vier Leistungsstufen: 1.2 8V mit 65 PS, 1.4 8V mit 77 PS, 1.4 16V mit 95PS sowie 1.4 T-Jet mit 120 PS. Der 1.4 8V Natural Power leistet 77 PS. Auch die Diesel bieten vier Motorstärken: 1.3 Multijet 16V mit 75 oder 90 PS, als 1.6 Multijet 16V mit 120 PS oder als 1.9 Multijet mit 130 PS.

Preise

Ein drei Jahre alter Punto 1.2 8V Dynamic mit zwei Türen und 40.000 Kilometern Laufleistung steht für rund 5900 Euro beim Händler, sind es ein oder zwei Jahre mehr, kann man für jedes Jahr 700 Euro weniger rechnen. Als Viertürer ist das Fahrzeug rund 300 Euro teurer. Ein 1.9 JTD Dynamic mit 85 PS, Erstzulassung 2007 und 50.000 Kilometer steht beim Händler für 6600 Euro. Für einen dreijährigen Erdgas-Punto muss man 9100 Euro einkalkulieren. Der Grande Punto hat nach zwei Jahren fast die Hälfte seines Werts verloren: 8500 Euro, neu: 16.300 Euro.