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Ford Mondeo Vignale:Hübsch gemacht für's Altenteil

Den neuen Ford Mondeo gibt es bereits - aber nicht in Europa. Nun zeigt Ford eine Luxus-Variante der Mittelklasse-Limousine auf der IAA. Sie soll, mit einigen Aufhübschungen versehen, die fehlende Oberklasse von Ford ersetzen. Doch die Konkurrenz ist schon zwei Schritte weiter.

Von Stefan Grundhoff und Wolfgang Gomoll

Seit etwa einem Jahr ist der neue Ford Mondeo in Ländern wie den USA unter dem dortigen Namen Fusion bereits auf dem Markt. Sogar eine Hybridversion hat sich dort längst etabliert und tritt gegen die internationale Konkurrenz wie Volkswagen (mit dem Passat), Chevrolet (Malibu) oder Toyota (Camry) an. Die europäischen Kunden müssen den alten Ford Mondeo fahren, die neue Version dieses Modells wird einfach nicht angeboten. Die Nachfrage ist entsprechend gering.

Der neue Mondeo kommt erst im Herbst kommenden Jahres zu uns. Dann ist er in anderen Ländern bereits zwei Jahre lang auf dem Markt, schon 2015 erfolgt die erste Modellpflege. Kein Wunder, dass der alte Mondeo hierzulande keine Chance gegen die Konkurrenz hat. Nächstes Jahr folgen der neue VW Passat und eine Neuauflage von Audi A4 und Mercedes C-Klasse.

Auf der IAA gibt es ein weiteres Mal den längst bekannten Ford Mondeo zu sehen. Weil ein luxuriöses Ford-Modell oberhalb des Mondeo sowieso im Portfolio fehlt, soll der Mondeo von 2015 an mit der neuen Ausstattungsvariante Vignale den Mondeo nach oben ziehen. Ob dafür strahlende 20-Zoll-Felgen, Chrom-Applikationen, Steppnähte und ein eigener Hol-Bring-Service reichen werden, darf allerdings bezweifelt werden.

Auch Hightech-Optionen wie LED-Scheinwerfer, Einpark-Assistent, WLan-Anschluss und ein acht Zoll großer Monitor sind nicht grundsätzlich neu, sondern lediglich für Ford eine neue Errungenschaft. Darüber täuschen auch edle Einstiegsleisten, schick gearbeitete Vignale-Signets und belederte Türtafeln nicht hinweg.

Viel wichtiger ist, dass der neue Mondeo endlich auf die europäischen Märkte kommt. Er bringt nicht nur ein neues Design sowie moderne Drei- und Vierzylindermotoren, sondern auch Allrad- und Hybridantrieb. Der bekannte Eco-Boost-Dreizylinder-Motor mit einem Liter Hubraum und 125 PS und einem Drehmoment von 180 Newtonmetern ist nun auch für die Mittelklasse-Limousine erhältlich.

Außerdem kommt eine Hybrid-Variante, bestehend aus einem Zweiliter-Benziner und einem 35 Kilowatt (48 PS) starken Elektromotor. Nimmt man das amerikanische Schwestermodell Fusion als Maßstab, soll der Hybrid 5,3 Liter auf 100 Kilometer verbrauchen und rein elektrisch bis zu 100 Stundenkilometer schnell sein. Gespeist wird der Stromer von einer Lithium-Ionen-Batterie.

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