Süddeutsche Zeitung

Ford Mondeo 24V:In aller Welt zuhause

Der V6 wurde von einem internationalem Team konstruiert

(SZ vom 01.03.1995) Den Anspruch, ein Weltauto zu bauen, hat Ford mit dem Mondeo für sich reklamiert. Dahinter stand natürlich der Druck, durch enge Kooperation im eigenen Firmenverbund die Kosten bei Entwicklung und Montage eines neuen Modells zu senken. Was der Kunde allerdings von einem Weltauto hat, wurde nie ganz klar kommuniziert - hoffentlich aber, so raunte die Branche, kein Allerweltsauto. Zu den designerischen Höhepunkten zählt der Mondeo in der Tat nicht, er wirkt eher farblos, aber er wartet mit angenehmen inneren Werten auf.

Wir haben uns mit dem neuesten Sproß der Mondeo-Familie beschäftigt, der den schlichten Beinamen 24V trägt. Für Kenner der Marke Ford ist damit klar, daß dieser Mondeo mit einem Sechszylinder mit Vierventiltechnik bestückt sein muß. Ford hat diesem neuen Aggregat den Beinamen Duratec mit auf den Weg gegeben, womit darauf hingewiesen werden soll, daß es sich um ein äußerst langlebiges Hightech-Aggregat handelt.

In der Tat sind die Daten verlockend: Erster Zündkerzenwechsel erst bei 90 000 Kilometer, die 'kleine' Sicherheitskontrolle bei 15 000 Kilometer, und die große Inspektion ist gar erst nach 45 000 Kilometern fällig. Daß der Mondeo und seine Komponenten wirklich im engen Zusammenspiel internationaler Kräfte entstanden sind, verdeutlicht auch das Team, das den Duratec-V6 konstruiert hat: Es wirkten Spezialisten aus Deutschland, der amerikanischen Zentrale in Dearborn/ Michigan und dem englischen Dunton mit. Gebaut wird der Motor im kanadischen Windsor. Der Duratec-Motor besitzt Block und Zylinderkopf aus einer leichten Aluminiumlegierung; der Zylinderwinkel beträgt 60 Grad, ein Konstruktionsprinzip, das aus der Formel 1 stammt.

Wie paßt dieser Motor zum Mondeo - das ist aber die für den Autofahreralltag entscheidende Frage. Auf jeden Fall ist man mit 125 kW (170 PS) mehr als ausreichend motorisiert. Allerdings ist das Aggregat nicht so gut geräuschgedämmt wie etwa der gleichstarke Motor im Opel Omega. Zudem ist das Fahrwerk des Mondeo 24V einen Tick straffer abgestimmt als bei anderen sportlichen Limousinen der Mittelklasse. Die Fahrleistungen (Vmax 225 km/h, Beschleunigung von Null auf 100 km/h in 8,6 Sekunden) belegen, daß Leistung im Überfluß bereitsteht. Der Kraftstoffverbrauch pendelt um elf Liter Normalbenzin.

Bei der Serienausstattung des 4,48 Meter langen 24V hat Ford nicht gespart: Zwei Airbags, ABS, Gurtstopper und Seitenaufprallschutz gehören dazu. Den Komfortaspekt betonen getönte Scheiben, Kopfstützen rundum und angenehme Stoffbezüge. 40 700 Mark verlangt Ford für den Mondeo 24V - ein fairer Preis, wie wir finden. Die viertürige Stufenhecklimousine, das fünftürige Schrägheck-Modell und der Turnier genannte Kombi kosten das gleiche. So bleibt die Wahl wirklich dem individuellem Geschmack überlassen.

Von Otto Fritscher

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