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Ford Focus Facelift im Fahrbericht:Die mit dem Navi flüstern

Ford Focus Facelift

Der überarbeitete Ford Focus kostet mindestens 16 450 Euro.

(Foto: HBA)

Der überarbeitete Ford Focus punktet mit effizienten Motoren, tollem Fahrwerk und aufgefrischtem Design. Den größten Fortschritt bietet aber die neue Sprachsteuerung, die sogar den Hunger der Mitfahrer stillt.

Von Michael Specht

Ford spricht vom "neuen" Focus. Dabei war der "alte" erst seit 2010 auf dem Markt. Tatsächlich wurde bei der Modellpflege nahezu jedes Bauteil umgekrempelt. Selbst das Design wirkt frischer, der überarbeitete Focus ist an der neuen Front und eigenwillig geformten Heckleuchten zu erkennen. Auch das überladene Cockpit wurde aufgeräumt, um das derzeit bestverkaufte Auto der Welt auf der Höhe der Zeit zu halten. Nach dem Motto "wenige Schalter sind mehr" steuern die Knöpfe auf der Mittelkonsole jetzt nur noch die Wohlfühltemperatur und den Hörgenuss.

Beides lässt sich auch - ein Novum in dieser Klasse - per Sprache wählen (aufpreispflichtig). Gleiches gilt auch für die Navigation. Und selbst bei der Suche nach einem Restaurant in der Nähe oder am Zielort hilft das Multimediasystem Sync2 prompt. Es genügt zu sagen "Ich bin hungrig", und auf dem Schirm erscheint eine Auswahl an Lokalitäten. Auf Wunsch wird das Restaurant sogar telefonisch angewählt.

Kräftige und sparsame Motoren

Komplett neu unter der Motorhaube ist der 1,5-Liter-Eco-Boost-Benziner mit 150 und 182 PS. Eine erste Testfahrt zeigte, dass das kleine Kraftwerk ausgesprochen ruhig und geschmeidig läuft, der Normverbrauch von 5,5 Liter ist ein weiterer Pluspunkt. Leider bietet Ford diesen Motor nicht mit einem in der Klasse üblichen Doppelkupplungsgetriebe, sondern nur als Schalter oder mit einer Wandlerautomatik an. Empfehlenswert ist auch der Dreizylinder mit 1,0 Liter und 125 PS. Der kleine Eco-Boost-Turbo zeigt sich im Alltag als vollkommen ausreichend, bietet genügend Elastizität für eine schaltfaule Fahrweise und nervt nicht mit Vibrationen, unter denen Dreizylinder oft leiden. Zudem wiegt er wenig und hält sich im Durst zurück. Die versprochenen 4,7 Liter sind keine Utopie.

Bei den Dieselaggregaten gab es eine Überarbeitung des 1,6-TCDi, der künftig nur noch 1,5 Liter Hubraum besitzt, aber in der Basis gleich viel leistet (95 PS) und deutlich sparsamer wurde. Statt 4,2 sind es jetzt 3,8 Liter Normverbrauch. Den neuen Diesel gibt es zudem als Econetic-Version mit 105 PS (3,4 l/100 km) und als 120-PS-Variante. Stärkster Selbstzünder bleibt bis zum Frühjahr der 2.0 TCDi mit 150 PS. Dann reicht Ford die Version ST nach, die es neben dem bekannten 250-PS-Benziner erstmals auch mit Diesel (185 PS) gibt - der Golf GTD lässt grüßen.

Das Fahrwerk bleibt der Maßstab in der Kompaktklasse

Als Maßstab der Klasse gilt der Focus, wenn es ums Fahrwerk geht. Auch die Neuauflage wird diesem Niveau gerecht. Lenkung, Kurvenverhalten, Federungs- und Abrollkomfort sind vorbildlich. Angenehmer fuhr sich dieses Ford-Modell noch nie. Ebenso in Führung wollen die Kölner Autobauer bei den Assistenz- und Sicherheitssystemen gehen. Bis zu 22 Features lassen sich ordern. Neu ist ein Parkpilot, der neben längs nun auch quer zur Fahrbahn ein- und wieder ausparken kann. Der sogenannte Cross-Traffic Alert warnt dabei vor drohendem Querverkehr bis 40 Meter Entfernung.

Wie gehabt bleibt es bei den vier Ausstattungslinien Ambiente, Trend, Business und Titanium, wobei sich die große Mehrheit der Focus-Käufer bislang für die teuerste entschieden hat. Die Preise beginnen erneut bei 16 450 Euro, wobei der Focus besser ausgestattet ist als zuvor. Unter anderem sind jetzt eine Berganfahrhilfe, eine Reifendruckkontrolle und der programmierbare Zweitschlüssel MyKey serienmäßig. Damit lassen sich, sollte die Tochter oder der Sohn sich den Focus mal ausleihen wollen, Höchstgeschwindigkeit und Radiolautstärke limitieren. Letzteres soll der Konzentration und Sicherheit im Straßenverkehr dienen.

© SZ vom 20.09.2014/harl
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