Ford Ecosport im Test:Wenig Fahrspaß, kaum Komfort

Der Motor des Ford Ecosport Ecoboost.

Der quirlige Einliter-Dreizylinder-Turbobenziner wird mit Recht mit Preisen überhäuft.

(Foto: Ford-Werke GmbH)

Das Triebwerk überzeugt nicht nur mit seinem guten Sprintvermögen, sondern auch mit Laufkultur. Unangenehme Vibrationen, sonst ein typisches Manko von Dreizylindermotoren, haben Fords Techniker fast vollständig eliminiert. Das Aggregat artikuliert sich leise, klingt beim starken Beschleunigen jedoch etwas angestrengter als beispielsweise Opels neuer Dreizylinder-Turbo im Adam Rocks. Doch das lässt sich verschmerzen angesichts seines vergleichsweise geringen Testverbrauchs von 6,3 Litern (ein Liter mehr als vom Werk angegeben), seiner guten Manieren und seines zupackenden Wesens. Zusammen mit dem ordentlichen Fünfgang-Getriebe ist dieser Motor die mit Abstand beste Antriebs-Option für den Ford Ecosport.

Einen Allradantrieb gibt es übrigens - wie bei den meisten Konkurrenten - nicht einmal gegen Aufpreis. Dass der Motor nur die Vorderräder antreibt, ist aber kein Problem, schließlich sind SUVs so gut wie nie abseits befestigter Straßen unterwegs. Aber im Gegensatz zu Fiesta, Focus oder Kuga, die in puncto Agilität zu den Besten ihres Segments gehören, ist Fords Fahrwerksingenieuren beim Ecosport die Balance zwischen Dynamik und Komfort misslungen. Er schaukelt schwammig durch Kurven, schiebt früh über die Vorderräder zum Fahrbahnrand und die sehr gefühllose Lenkung erschwert das Vorhaben, den zügellosen Vorderwagen einzufangen. Das wäre nicht weiter tragisch, schließlich sind SUVs eher für praktisch denkende statt fahrspaßorientierte Menschen bestimmt. Dann dürfte das Fahrwerk jedoch deutlich komfortabler sein. Der Federung reagiert stattdessen unwirsch auf Schlaglöcher und Querfugen.

Ford Ecosport

Das an der Heckklappe angebrachte Ersatzrad mag kernig aussehen, hat aber praktische Nachteile.

(Foto: Ford)

Nicht besonders gut, aber teuer

Die kleinen und großen Schwächen des Ford Ecosports wären zu verkraften, wäre er nicht auf Anhieb einer der teuersten Vertreter seiner Art. Mit einem Basispreis von 20 200 Euro liegt er teilweise deutlich über seinen vergleichbar motorisierten Konkurrenten. Nur der Mini Countryman kostet noch einmal 2500 Euro mehr, ist aber auch das bessere Auto und bietet nicht nur auf Wunsch einen Allradantrieb, sondern auch viele andere Ausstattungsoptionen. Der Ecosport ist dagegen karg bestückt und lässt sich kaum durch Extras aufwerten. Vor allem moderne Assistenzsysteme sucht man in der Ausstattungsliste vergeblich.

So bleibt der Eindruck, der Ecosport sei nicht mehr als eine lieblose Zwischenlösung. Fraglich, ob die Strategie erfolgreicher ist als einst das Zögern beim Kuga.

Technische Daten Ford Ecosport 1,0 l Ecoboost:

R3-Benzinmotor mit 1,0 Litern Hubraum und Turboaufladung; Leistung 92 kW (125 PS); max. Drehmoment: 170 Nm bei 1400 - 4500/min; Leergewicht: 1350 kg; Kofferraum: 333 - 1238 l; 0 - 100 km/h: 12,7 s; Vmax: 180 km/h; Testverbrauch: 6,3 l / 100 km (lt. Werk: 5,3; CO2-Ausstoß: 125 g/km); Euro 5; Grundpreis: 20 200 Euro

Das Testfahrzeug wurde vom Hersteller zur Verfügung gestellt.

© SZ.de/harl/ihe/holz
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