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Fahrraddiebstahl:Aufkleber schreckt Diebe ab

Diebe können gestohlene Ware nicht mehr sorglos weiterverkaufen, da sich die Verbindung zum ursprünglichen Besitzer sehr einfach herstellen lässt. Die Aufkleber lassen sich nur in Streifen abziehen oder haften so hartnäckig, dass sie nur durch das Abkratzen des Lackes zu entfernen sind. Das erregt bei einer Polizeikontrolle Aufmerksamkeit. Und welcher Dieb lackiert schon gerne seine Beute um.

Die Polizei attestiert dem Portal das Potenzial, Täter abzuschrecken. Zudem gebe es nun ein Fahndungsinstrument für Diebstahlopfer, die aufgrund mangelnder Aussicht auf Erfolg bisher gleich auf den Gang zur Polizeiwache verzichteten. Yvonne Hanske, Polizeihauptkommissarin in Rostock, steht in gutem Kontakt mit den Fahrradjägern. Das Portal stelle seinen "Fahndungsbestand" für jedermann zur Verfügung, was die Polizei nicht mache. "Die Fahrrad-App füllt eine Lücke, die von der Smartphone-Generation gern angenommen wird", sagt sie.

Erste Erfolge

Das Projekt braucht allerdings Geld. Bislang ist die einzige Einnahmequelle der Verkauf der Aufkleber; als Anschubfinanzierung diente die Siegprämie eines Gründerwettbewerbs - und die ist aufgezehrt. "Das Portal war eine Geschäftsidee. Wir haben uns zwei Jahre Zeit gegeben - und gerade sieht es besser aus als angenommen."

Waren die Zugriffe anfangs auf Rostock und Berlin konzentriert, wo die Fahrradjäger studieren, seien die registrierten User inzwischen über ganz Deutschland verteilt. Das sieht man an der mit Fadenkreuzen gespickten Landkarte, auf der die Diebstähle einzusehen sind. Und erste Erfolge gibt es: 38 Räder seien bisher gefunden - und eine unbekannte Zahl an Diebstählen verhindert worden. "In der Szene spricht sich so etwas wie die Fahrradjäger schnell rum", sagt Marcuse.