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Fahrrad in der Großstadt:Radfahrer sollen an Kreuzungen einen Vorsprung bekommen

Mittler­wei­le umfasst die Flotte 12 000 Räder, die an mehr als 700 Stationen ausgeliehen und wieder angedockt werden können. Derzeit haben 146 000 Nutzer eine Jahres-Mitgliedschaft abge­schlossen. Kostenpunkt: 169 Dollar. (Ein Monatsticket für die U-Bahn liegt bei 121 Dollar.)

Für zwölf Dollar am Tag können Tou­risten bei schönem Wetter eine Runde durch den Central Park drehen oder auf der Westseite Manhattans den Hudson River entlang radeln, von Washington Heights bis hinunter ins Financial District. Der Blick auf Jersey City lässt sich dabei stressfrei genießen - Radfahrer müssen sich die Fahrbahn hier nicht mit Auto­fahrern teilen, der zweispurige Radweg ver­läuft parallel zur vielbefahrenen West Street.

Radfahren in Moskau
Tipps für Touristen
  • Die Fahrräder des Moskauer Bikesharing-Systems Velobike sind im Internet buchbar. Die Webpage des Anbieters ist auch in einer englischen Version abrufbar. Ein Tagespass kostet umgerechnet entweder circa 1,90 oder 2,50 Euro, für einen Monat fallen 7,60 Euro oder 8,90 Euro an. Bei dem günstigeren Tarif müssen die Räder nach 30 Minuten Fahrt wieder an einer Station angedockt werden. Beim höheren Preis erhöht sich die maximale Fahrtdauer auf 45 Minuten. Beim Überschreiten der Leihfristen fallen zusätzliche Kosten an. Nach kurzer Wartezeit kann direkt ein neues Fahrrad entliehen werden.
  • Mit dem Fahrrad auf dem Gehweg zu fahren, ist in Moskau nicht nur möglich, sondern oft ratsam. Denn die Autofahrer sind noch nicht so auf Fahrradfahrer eingestellt wie etwa in Deutschland. Sie achten daher beim Aussteigen häufig nicht darauf, ob von hinten ein Fahrrad kommt. Die Gefahr, in eine sich öffnende Autotür zu rauschen, ist daher verhältnismäßig groß.
  • Es lohnt sich häufig, einen kleinen Umweg zu fahren, weil viele Seitenstraßen deutlich verkehrsärmer sind als der direkte Weg auf der Hauptstraße. Wenn möglich, ist es besonders ratsam, die Uferpromenade der Moskwa in die Route einzubinden. Denn sie ist häufig mit breiten Geh- und Radwegen ausgestattet.

Tragischerweise suchte sich ein Attentäter im Oktober vergangenen Jahres ge­nau diesen geschützten Radweg als An­schlags­ziel aus. Acht Menschen starben, als er einen gemiete­ten Pick-up Truck auf die Fahrradspur lenkte. Es war auch ein Anschlag auf das moderne, nachhaltige New York. Doch die Stadt hat nicht zum ersten Mal gezeigt, dass sie sich vom Terror nicht beirren lässt. Die neu ent­deckte Liebe fürs Radfahren ist ungebro­chen.

Was Woody Allen von einem Radweg auf der Upper East Side hält

Darauf versucht auch die Politik einzu­gehen: Bürgermeister DeBlasio hat ange­kün­digt, das Netz geschützter Radwege in der Stadt weiter ausbauen zu wollen. Außerdem sollen Rad­fahrer an Kreuzungen künftig wie Fußgänger einen Vorsprung von mehreren Sekunden bekommen. Weil in den USA Abbieger-Ampeln unüblich sind, kommt es hier beson­ders oft zu Unfällen mit Fußgängern und Radfahrern. Außerdem arbeitet Citibike kontinuierlich daran, seine Leihrad-Flotte in immer mehr Gegenden zugänglich zu machen. Wenn es in der Vergangenheit Kritik am Bikesharing-Programm der Stadt gab, dann vor allem weil sozial benachteiligte Viertel wie die Bronx sowie der Osten von Queens und Brooklyn bislang weitgehend unerschlossen sind.

Neben einem prominenten Fan hat die Fahrradstadt New York im Übrigen auch einen namhaften Gegner. Regisseur Woody Allen wehrte sich per E-Mail an den Gemeinderat, als in seiner Nachbarschaft auf der Upper East Side vor einigen Zeit ein neuer Radweg angelegt werden sollte. Die Fahrradspur kam trotzdem.

© SZ.de/jobr/dd/rus
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