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Fahreignungsregister Flensburg:Wie Autofahrer ihre Verkehrssünder-Punkte online einsehen können

Blitzer in Mecklenburg-Vorpommern

Die häufigste Ordnungswidrigkeit der in Flensburg erfassten Verkehrssünder ist zu schnelles Fahren.

(Foto: dpa)
  • Neuerdings können Autofahrer ihre Punkte in der Flensburger Verkehrssünderdatei kostenlos im Internet einsehen.
  • Dafür müssen sie aber einige Voraussetzungen erfüllen. Ein zertifiziertes Karten-Lesegerät ist nur eine davon.
  • Die Behörden wollen dadurch hohe Datenschutz-Standards sichern.

Es ist noch nicht lange her, da wucherte in der Bundesbehörde in Flensburg die Bürokratie. 500 Meter lange Regalwände zogen sich durch die Räume, voll von Papier, ein Wust an Dokumenten, Zetteln und Bescheinigungen, alles in allem 50 Tonnen schwer. Das war 2008, das Kraftfahrt-Bundesamt hatte damals bereits 70 Prozent der gespeicherten Personendaten im Fahreignungsregister digitalisiert.

Die Regale sind seitdem weniger geworden, und jetzt hat die Digitalisierung dieser alten bundesrepublikanischen Behörde einen vorläufigen Höhepunkt erfahren: Nun können Autofahrer online kostenfrei einsehen, wie viele Punkte sie gesammelt haben (hier der Link zu der Website des Kraftfahrt-Bundesamtes). Die Behörde nennt dies in bestem Behördendeutsch einen "Meilenstein in der Digitalisierung des Fahreignungsregisters".

Bislang mussten Autofahrer einen Antrag stellen, seit 2011 war das auch online möglich, die Informationen stellte das Amt aber stets per Post zu. Wird jetzt also alles leichter? Nicht unbedingt.

Was braucht man, um seine Punkte abzufragen?

Wer den neuen Service nutzen will, muss einige Voraussetzungen erfüllen. Nötig ist erstens ein Personalausweis im Scheckkartenformat, also der Ausweis, den die Ämter seit November 2010 ausstellen. Bei diesem Ausweis muss zweitens die Online-Ausweisfunktion aktiviert sein, eine freiwillige Option, die es dem Besitzer ermöglicht, sich über das Internet bei Behörden oder Unternehmen auszuweisen. Die Funktion ist bei einem neuen Ausweis automatisch eingeschaltet, nur bei ausdrücklichem Wunsch wird sie bei der Aushändigung deaktiviert.

Die dritte Voraussetzung: ein Kartenlesegerät. Man braucht es, um die Daten auf der Karte ins Internet zu übertragen. Das Innenministerium empfiehlt, nur solche Geräte zu kaufen, die vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) geprüft wurden und ein entsprechendes Zertifikat bekommen haben. Ein Standardgerät kostet um die 30 Euro. Eine Ausweis-App auf dem Computer ist die vierte und letzte Voraussetzung, die Software "AusweisApp2" stellt der Bund kostenlos zur Verfügung.

Wie viele Menschen sind betroffen?

Ungefähr 8,6 Millionen Menschen sind laut Kraftfahrt-Bundesamt im Fahreignungsregister eingetragen, die neueste verfügbare Erhebung stammt von Januar 2015; 2,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Das Innenministerium hat seit dem 1. November 2010 insgesamt 45 Millionen neue Personalausweise im Scheckkartenformat ausgestellt, etwa 15 Millionen davon mit aktivierter Online-Ausweisfunktion, schätzt das Ministerium.

Wer sich nicht sicher ist, ob die Funktion beim eigenen Ausweis aktiviert ist: Beim Bürgeramt kann man sich informieren und die Online-Ausweisfunktion jederzeit ein- oder ausschalten.

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