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Fahrbericht Porsche Macan:Eine Bestnote nach der anderen

Der Porsche Macan kommt im 2. Quartal 2014 als kleiner Bruder des Cayenne auf den Markt.

Sein Geld verdient Porsche schon lange nicht mehr mit Sportwagen: Mehr als die Hälfte aller verkauften Autos aus Zuffenhausen sind SUVs. Da lag es nahe, mit dem kompakten Macan eine weitere Baureihe ins Rennen zu schicken.

(Foto: Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG)

Die Basis von Porsche Macan und Audi Q5 ist die gleiche, doch das Ergebnis könnte nicht unterschiedlicher sein: Die stets präsenten Sportwagen-Gene machen den SUV aus Zuffenhausen zu einer Ausnahmeerscheinung.

Wo Porsche draufsteht, ist für den VW-Konzern eine fette Rendite drin, und auf die will man in Wolfsburg ebenso wenig verzichten wie auf die noch beeindruckenderen Audi-Gewinne. Gemeinsam verdienen die beiden Premiummarken jenes Geld, ohne das die Kernmarke längst genauso darben würde wie die meisten Volumenhersteller, abgesehen von Toyota.

Mit Sportwagen haben sich die Schwaben einen Namen gemacht, doch die Nachfrage nach schnellen Zweisitzern stagniert - selbst teure Prestigeprojekte wie der 918 Spyder oder der geplante 960 mit Achtzylinder-Boxermotor dürften eher in die Marke einzahlen als in die Firmenkasse. Das große Geschäft macht Porsche längst mit Viertürern wie Cayenne und Panamera. Da lag es nahe, statt des angedachten kleinen Mittelmotor-Roadsters als fünfte Baureihe einen kompakten Crossover ins Rennen zu schicken.

Der Macan nimmt zwar konstruktive Anleihen beim Audi Q5, präsentiert sich aber als völlig eigenständiges Auto, das zum Anlauf mit drei V6-Aggregaten so kräftig motorisiert ist, wie man das von einem Porsche erwarten darf. Anders als der etwas pummelige Cayenne mit dem anonym gestylten Heck wirkt der Macan aus allen Perspektiven jünger, moderner, dynamischer, attraktiver. Nur bei der Gestaltung des Innenraums hat die Designer der Mut verlassen. Hier dominiert konservativ applizierte wenn auch topverarbeitete Langeweile mit einem veritablen Armaturenbrett, einer Drucktastenflut im Schogetten-Look und einer Endlosschleife an Aufpreis-Extras.

Zum gleichen Preis von 57 930 Euro kann der Kunde zwischen dem 258 PS starken Diesel und dem 3,0-Liter-Benziner mit 340 PS wählen. Der Turbo, dessen 3,6-Liter-V6 400 PS mobilisiert, steht mit 79 826 Euro in der Liste. Zum Vergleich: Den 313 PS starken Audi SQ5 bekommt man für 59 300 Euro, den 360 PS starken GLA AMG verkauft Mercedes ab 55 870 Euro, der Cayenne S V8 kostet 3200 Euro weniger als der ebenfalls 400 PS starke Macan Turbo. Dessen ärgster Feind könnte womöglich der Cayenne S V8 Diesel sein, der für 1000 Euro weniger 350 Nm mehr Drehmoment liefert.

Viel Geld für einen kleinen Crossover

Jeder Macan besitzt serienmäßig Klimaautomatik, automatische Heckklappe, Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe, CD-Radio mit MP3-Spieler, Multifunktionslenkrad mit Schaltwippen, teilelektrische Sitze, LED-Rückleuchten, beheizte und anklappbare Spiegel, 18-Zoll-Räder sowie Rekuperation, Start-Stopp und die Freilauf-Segelfunktion, mit der man bis zu einen Liter Sprit sparen kann. Der Turbo bietet zusätzlich Navigation, Bi-Xenonlicht, Adaptivfahrwerk, 19-Zoll-Bereifung und belederte Sportsitze.

Gesondert zur Kasse gebeten wird man in jedem Fall für Luftfederung, Sport-Chrono-Paket, Torque Vectoring, Panoramadach, Einparkhilfe mit Rückfahrkamera, Telefon, ein noch besseres Soundsystem, Karbon-Keramikbremse, belüftete Adaptivsitze sowie für die diversen Assistenzsysteme. Ein voll ausgestatteter Macan Turbo kostet weit mehr als 100 000 Euro - viel Geld für einen feinen aber relativ kleinen Crossover.